Es geht los!

Dass der Tag irgendwann kommen würde, war klar. Aber jetzt, da es so weit ist, ist es ein komisches Gefühl. Für mich ist es nicht wirklich fassbar, was gerade passiert.

Der letzte Monat ist wie im Flug vergangen. Ich habe meine Wohnung aufgegeben. Jasmin beim Renovieren ihrer Wohnung geholfen. Und irgendwie probiert, mich auf die bevorstehende Reise vorzubereiten. Doch wie bereitet man sich vor allem geistig auf etwas vor, wenn man keine Ahnung hat, was passieren wird?

Gedanken darüber konnte ich mir jedenfalls nicht wirklich machen. Gefühlt 1000 Dinge standen ständig an.

Aber ich will gar nicht rumjammern! Schließlich gibt es deutlich schlimmere Dinge, als die eigene Weltreise vorzubereiten. Und wie immer kann nun mal nicht alles Spaß machen. Das ist in Ordnung.

Und irgendwie muss ich zukünftig mein Zeitmanagement doch nochmal überdenken. Es ist ja nicht so, dass ich erst vor Kurzem wusste, wann es losgeht. Aber irgendwie habe ich dann doch wieder erst am Tag des Abfluges richtig gepackt.

Aber wirklich einfach ist das Ganze auch nicht. Zumindest nicht für mich. Oder wie würde es dir gehen, wenn du einen Rucksack mit all deinen Sachen packen müsstest, die du brauchst. Für mehrere Jahre und am besten für immer. Unterwegs kann man sich zwar immer noch etwas holen. Aber ich habe großen Respekt vor allen, die mehrere Jahre mit nur einem Rucksack unterwegs sind. Und dann teilweise sogar nur mit Handgepäck.

Das muss ich ja zum Glück nicht. Und es hilft sicherlich auch nur in Länder zu gehen, in denen eigentlich eine Badehose und Flipflops reichen. Aber was rede ich. Mein Rucksack ist gepackt und es geht nach Kanada.

Wie es ist, sich endlich auf den Weg zu machen? Endlich loszugehen? Alles hinter sich zu lassen?

Komisch. Ich realisiere es einfach nicht. Es war komisch, mich von vielen Menschen und vor allem meiner Familie zu verabschieden. Auch wenn ich irgendwie weiß, dass ich sie jetzt lange Zeit nicht mehr sehen werde, begreife ich noch nicht ganz, was dies für mich bedeutet. Mal sehen, ob es irgendwann schlagartig kommt oder ganz einfach langsam zu einem normalen Gefühl wird.

Vielleicht muss ich es mir auch einfach noch ganz oft sagen: Es geht jetzt los. Es geht jetzt los. Jetzt geht es los.

Jedenfalls haben wir uns nicht unbedingt den kürzesten Flug ausgesucht. Über Stockholm, Oakland, Seattle und dann Vancouver. Mit 13 Stunden Aufenthalt in Stockholm. Aber der Weg ist das Ziel. Oder?

So dachten wir uns das jedenfalls.