Der schlimmste Flug meines Lebens

Wir dachten uns: Lass uns ruhig einen längeren Flug nehmen. So haben wir mehr Zeit, uns etwas auf Kanada einzulassen. Außerdem ist Reisen doch aufregend und voller neuer Eindrücke.

OK. Wir wollten einfach den günstigsten Flug nehmen. Zumindest ich. Jasmin wollte auch Abenteuer.

Und das haben wir auf jeden Fall bekommen. Wir sind von Berlin nach Stockholm (Schweden) geflogen. Hatten 13 Stunden Aufenthalt. Dann ging es weiter nach Oakland (USA) und anschließend nach Seattle (USA). Irgendwann sind wir dann endlich in Vancouver (Kanada) gelandet.

Ich bin schon öfters länger geflogen. Doch das toppt alles Vorherige.

Wir dachten uns, dass wir die über 36 Stunden gut nutzen können. Doch irgendwie hatten wir uns das Ganze etwas anders vorgestellt.

Gegen 22:00 ging es von Berlin los. Nicht viel mehr als 1 Stunde später laden wir schon wieder in Stockholm. Der Flughafen ist fast wie ausgestorben. Es sind kaum Menschen dort. Die Läden haben zu. In die Stadt zu fahren lohnt sich nicht. Am nächsten Morgen geht es ja schon weiter.

Also schauen wir uns ein bisschen am Flughafen um und suchen uns dann ein einigermaßen nettes Plätzchen. Die Sitzbänke von einem geschlossenen Café sind recht bequem. Dass die Stühle verkehrt herum auf den Tischen stehen, stört uns nicht. Ich denke mir noch, dass wir so recht gut schlafen und dann erholt weiterreisen können.

Doch die Nacht ist alles andere als erholsam. Ich kann nie wirklich tief einschlafen und wache ständig auf. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir immer ein wenig Sorgen um unser Gepäck mache. Oder einfach nur daran, dass es kalt ist. Doch ich bin zu müde mir etwas anzuziehen. Dies rächt sich, als ich mit Halsschmerzen am Morgen aufwache.

Gepäck wieder einchecken und dann geht es auch schon Richtung USA. Es ist für mich das erste Mal, dass ich mich auf diesen Kontinent bewege. Bisher haben mich meine Reisen meistens in den Osten geführt.

Da wir anschließend einen Inlandsflug und dann auch noch mit einer völlig anderen Fluggesellschaft haben, müssen wir in die USA einreisen. Ich habe im Vorfeld schon viele Geschichten darüber gehört, wie schwer und umständlich sich dies gestalten kann. Und dann kann es in manchen Fällen sicherlich auch.

Wir müssen eine gefühlte Ewigkeit anstehen. Dann werden uns einige kurze Fragen gestellt und dann war es das. Dass wir gleich weiter nach Kanada wollen, hilft sicherlich.

Von den USA sehe ich nicht wirklich viel. Ein bisschen von den Flughäfen. San Francisco von oben. Aber zu diesem Zeitpunkt bin ich auch schon nicht mehr so richtig aufnahmefähig. Ich fühle mich krank und erschöpft.

Dass dann der letzte der 4 Flüge Verspätung hat, nehmen wir nur stillschweigend hin. Schließlich ist ansonsten alles recht gut gelaufen und wir haben alle Anschlussflüge bekommen.

Irgendwann nach 0:00 Ortszeit kommen wir dann in Kanada an. Auch dort gelangen wir recht problemlos durch den Zoll bzw. die Einwanderungsbehörde. Mit einem Visum für die nächsten 6 Monate in der Hand gehen wir nach draußen und atmen das erste Mal die Luft Kanadas ein.

Verdammt kalt. Und jetzt? Wir haben ein Hotel gebucht. In 12 Stunden können wir einchecken. Also wieder zurück in den Flughafen und eine Bank gesucht.

Zumindest habe ich von Stockholm gelernt und ziehe mir gleich etwas mehr an.