Hauptsache unterwegs …

This is a fundamental irony of most people’s lives. They don’t quite know what they want to do with their lives. Yet they are very active.

—  Ryan Holiday

 

Immer in Bewegung. Machen. Tun. Immer weiter. Bis … Ja, bis was?

 

Es ist traurig und ironisch zugleich, dass so viele wie gelähmt sind. Gelähmt von der Unwissenheit, was sie nur tun sollen. Und zugleich so viele immer damit beschäftigt, etwas zu tun. So sehr, dass sie nicht dazu kommen, sich zu fragen, was es eigentlich zu tun gilt. Was sie eigentlich tun wollen.

 

Es gibt den gut gemeinten Ratschlag, dass man immer in Bewegung bleiben soll, um mit dem Leben mitzuhalten. Und es ist viel dran. Doch blind irgendetwas zu tun, ist sicherlich nicht immer die beste Option.

 

Ist es nicht verrückt, wie wir Menschen sind? So viele von uns wissen nicht, was sie im Leben wollen. Treiben ziellos umher. Meinen, wenn sie nur wüssten, was sie wollten, wäre alles einfacher.

 

Und doch unternehmen sie recht wenig, um es herauszufinden. Ganz als würden sie sich vor der Erkenntnis verstecken. Als würden wir die Suche scheuen.

 

Denn wenn wir erstmal wissen, was wir im Leben wollen, müssen wir es immer noch tun. So wirklich einfacher wird es also nicht.

 

Ich selbst kann mich immer wieder beobachten, einfach irgendetwas zu tun. Mich abzulenken. Hauptsache aktiv zu sein. Obwohl ich eigentlich etwas anderes tun möchte.

 

Möchte ich wirklich? Eher nicht. Eigentlich möchte ich lieber schon ankommen. Etwas erreichen. Doch so funktioniert es nicht.

 

So verfalle ich auch immer wieder genau der gleichen Tücke. Hauptsache beschäftigt. Ob ich nun weiß, wo ich hin will oder auch nicht, macht dann auch keinen großen Unterschied mehr.

 

Lasst es uns als Weg erkennen. Lasst uns den aufkommenden Widerstand willkommen heißen. Lasst uns den Widerstand suchen.

 

Doch lasst uns versuchen, uns nicht gleich wieder in Aktivität zu verlieren.

 

So manches lässt sich nur in völliger Ruhe finden.

 

Also lasst uns stoppen. Innehalten. So manch einer wird überrascht sein, welch Widerstand sich jetzt erst auftut.

 

Und können wir keinen Widerstand finden, so sind wir wohl noch zu sehr in Bewegung. Oder zu sehr in Ruhe. Oder aber wir brauchen ihn nicht mehr. Lass es uns rausfinden.