Sei offen. Für Neues und Altes.

Inzwischen war ich schon einige Male in der Sächsischen Schweiz. In der unmittelbaren Nähe von Berlin gibt es einfach nicht so viel, was sich irgendwie auch nur Hügel nennen sollte. Die Landschaft ist schön und eine tolle Abwechslung vom flachen Gelände in Brandenburg. Perfekt geeignet für leichtere Tagesausflüge.

Von Berlin ist die Entfernung nicht zu groß. Daher ging es die letzten Jahre meisten mehrmals dorthin.

Man könnte jetzt schnell meinen, dass es doch langweilig wird, immer wieder an den gleichen Ort zu gehen. Viele suchen ständig Neues. Unbekanntes.

Doch mir geht es gar nicht so. Nicht, dass ich nicht auch Neues und Unbekanntes entdecken möchte. Doch zum einen ist der Nationalpark der Sächsischen Schweiz doch gar nicht so klein, sodass es immer noch jede Menge Orte gibt, die ich noch nicht gesehen habe.

Andererseits finde ich es fantastisch, denselben Ort zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder zu sehen. Einer meiner Lieblingsorte in der Sächsischen Schweiz ist der Carolafelsen. Jedes Mal, wenn ich jetzt dort hinkomme, ist es ein Wieder-zurückkommen. Kein Heimkommen. Aber ein ähnliches Gefühl? Es ist interessant zu sehen, wie wenig sich der Ort verändert hat. Wie komplett anders der Ort zu einer anderen Jahreszeit aussieht.

Jedes Mal frage ich mich dann, wie sehr habe ich mich verändert? Ist es immer noch dieselbe Person, die letztes Mal hierhergekommen ist? Ich weiß nicht genau. Natürlich bin ich mehr oder weniger noch dieselbe Person. Doch ich habe mich seitdem auch stark verändert. Ich habe gelernt und mich entwickelt. An einem Ort wie diesen kann ich mir dies jedes Mal erneut besonders bewusst werden.

Bei näherer Betrachtung fallen mir dann irgendwann Details auf, die mir bisher noch nicht aufgefallen sind. Ich bemerke Dinge, die zuvor unentdeckt geblieben sind. Wieder einmal zeigt es mir, wie subjektiv wir die Welt wahrnehmen. Wie wir immer nur einen Teil der ‘Realität’ wahrnehmen und meinen dann auch noch, sie sei so, wie wir sie wahrnehmen.

Ich will ganz und gar kein Plädoyer dafür abgeben, dass man nur noch zu bekannten Orten gehen sollte. Unbekanntes zu entdecken, hat einen unglaublichen eigenen Reiz und kann einen in ganz anderer Hinsicht weiterbringen. Doch ich finde, wir denken zu oft: “Ach da war ich doch schon”. Gerade dies birgt neue und andere Möglichkeiten. Also sei offen. Für Neues sowie Altes.