Endlich ohne Wecker aufstehen

I love sleep. My life has the tendency to fall apart when I’m awake, you know?

— Ernest Hemingway

 

Ich habe dieses Experiment gestartet. Etwas, was ich schon immer mal tun wollte. Vor allem in der Schule habe ich mich immer mal wieder gefragt, wie es wohl wäre. Wie wäre es, einfach mal nie einen Wecker zu stellen.

 

Das ist nun über 2 Monate her. Über 2 Monate wurde ich von keinem Wecker geweckt. Bin ganz von alleine aufgewacht. Naja zumindest gelegentlich.

 

Ich denke, es Bedarf absolut keiner Erklärung, warum man so etwas mal versuchen möchte. Lass mich dir gleich eine Illusion nehmen: Ich habe nicht bis sonst wann ausgeschlafen. Meistens bin ich zwischen 7:00 und 8:00 aufgewacht. Lediglich 2 mal habe ich etwas länger geschlafen. Logischerweise an Tagen, an denen ich zuvor später in Bett gegangen bin.

 

Doch das soll nicht heißen, dass ich nicht viel geschlafen hätte. Ganz im Gegenteil. Meistens habe ich die 9 Stunden locker geschafft. Anfangs dachte ich noch, dass sich das mit der Zeit gibt. Das ich wohl etwas nachzuholen hätte.

 

Inzwischen glaube ich nicht mehr so richtig daran. Wahrscheinlich im Sommer wieder. Wenn die Tage länger werden und die Nächte kürzer. Ist es nicht sowie viel natürlicher im Winter — wenn es kalt und ungemütlich ist — deutlich länger zu schlafen. Im Sommer dann halt wieder weniger.

 

Ich muss sagen, es hat sich gut angefühlt. Ich habe mich gut gefühlt. Anscheinend brauche ich zu dieser Jahreszeit wohl wirklich mehr Schlaf. Den will ich mir gerne gönnen — soweit es halt geht. Interessanterweise bin ich jedoch immer zu einer ähnlichen Zeit aufgewacht. Ob ich nun gegen 22:00 oder 23:00 ins Bett gegangen bin, hat irgendwie keinen großen Unterschied gemacht. Anscheinend bin ich wohl einfach doch kein Frühaufsteher — ja auch das liegt im Auge des Betrachters.

 

Aber kein Selbsttest ohne Gegentest. Nun also wieder mal mit Wecker. Gerne dann auch früher. Ich bin gespannt, wie ich mich dann fühle. Ob ich überhaupt einen Unterschied spüre? Doch was wenn nicht? Gibt es dann keinen Unterschied oder kann ich nur keinen wahrnehmen? Denn auch eine schlechte Schlafqualität soll wohl erstmal nicht unbedingt spürbar sein. Sich indirekt jedoch schon bemerkbar machen.

 

Also jeden Morgen erstmal schnell ein paar Rechenaufgaben. Oder Sudoku. Oder lieber nicht. Schließlich will ich nicht zu weit treiben. Wobei ein Schlaftracker wohl auch nicht schlecht wäre … Naja letztendlich ist es ja nur Schlaf, richtig?

 

Für mich zumindest nicht. Denn das habe ich auf jeden Fall in den letzten Monaten gemerkt: Ich liebe Schlafen. Nicht unbedingt, weil ich es liebe zu schlafen. Viel mehr, weil ich mir dessen Bedeutung bewusst bin. Über die unglaublich wichtige Bedeutung, die unser Schlaf für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat. Ich hoffe bei dir auch.