Fühl den Widerstand und tu es trotzdem.

Jeder von uns weiß, wenn wir in etwas wirklich gut werden wollen, müssen wir es sehr oft tun. Wir müssen üben und trainieren. Immer und immer wieder.

 

Die Idee ist einfach. Die Umsetzung nicht. Wie so oft.

 

Für mich ist es so interessant zu beobachten. Mich zu beobachten, wie ich immer wieder mit der Umsetzung strauchle. Ich möchte gerne besser schreiben können. Darum muss ich schreiben. Mehr schreiben. Viel mehr.

 

Oft habe ich sogar wirklich Lust dazu. Doch wenn ich es dann angehe. Es ernst wird. Dann baut sich ein riesiger Widerstand auf. Auf einmal fallen mir 1000 andere wichtige Dinge ein. Mir kommen Gedanken, dass mir Schreiben doch gar nicht so wichtig sei. Oder ich weiß auf einmal absolut nicht mehr worüber.

 

Sonst schwirren Unmengen von Ideen in einem Kopf herum. Ich kann ganze Aufsätze in meinem Inneren aufsagen. Doch sobald ich anfangen möchte, meine Gedanken in eine lesbare Form zu bringen, ist es still.

 

Das ewige Dilemma. Jedes Mal muss ich an Steven Pressfields Buch ‘the war of art’ denken. Diesen inneren Widerstand, der aufkommt. Der einen davon abhält, das zu tun, was man eigentlich möchte. Muss das denn sein? Muss es so schwer sein?

 

Ich weiß nicht. Die Antwort, dass es ansonsten jeder tun würde, gefällt mir hierbei eher nicht. Auch wenn wahrscheinlich etwas dran ist. Doch ich denke mir, irgendwann muss es doch besser werden. Irgendwann muss es doch wie von alleine gehen. Bei anderen Dingen klappt es doch auch. Wenn etwas erstmal wirklich zur Gewohnheit wird — das Training, eine neue Ernährungsweise, mehr Bewegung im Alltag —, dann klappt es doch auch ganz einfach. Wie von alleine. Doch klappt das auch mit Kreativität?

 

Kann ich meine Kreativität trainieren? Nicht nur, dass ich besser schreibe, sondern auch, dass es mir leichter fällt. Ich denke schon. Hoffentlich. Letztendlich sollte alles irgendwie trainierter sein. Verwende ich bestimmte Bereiche in meinem Gehirn öfter, so passt sich mein Gehirn entsprechend an. Wenn auch langsam.

 

Nun bleibt trotzdem noch das Problem der Umsetzung. Diesen Widerstand, den es zu überwinden gilt. Doch wo ich beim Training einfach nur ein bisschen mache. Bei der Ernährung einfach ein bisschen mehr Obst und Gemüse esse. Mich einfach etwas mehr bewege. Was tu ich da beim Schreiben? Wenn einfach keine Worte kommen wollen.

 

Trotzdem einfach nur ein bisschen schreiben. Die Worte kommen schon. Zumindest irgendwann. Ich erinnere mich noch an ein Interview. Mit einem erfolgreichen Schriftsteller, dessen Name ich nicht mehr weiß. Er meinte, er verbinde den Vormittag damit, das Schreiben aufzuschieben und sich abzulenken, sodass er dann am Nachmittag endlich zu schreiben käme.

 

Und vielleicht ist es wirklich so. Vielleicht wird es niemals wirklich einfach. Vielleicht bleibt es bei diesen selten Momenten, in denen die Worte einfach zu so fließen. Sich die Finger von alleine bewegen. Das Ganze wie ein Wunder Gestalt annimmt. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

 

Es liegt an mir, es herauszufinden. Doch dazu muss ich wohl … schreiben. Ja gut, hier waren wir schon.