Sei dir nie zu sicher

Wir denken, wir wüssten. Wir nehmen an, wie Sachen laufen. Wir meinen, zu wissen, wie wir uns verhalten werden. Wie sich etwas entwickelt. Wie Menschen reagieren. Wie wir reagieren. Tun wir nicht.

 

Wahrscheinlich kommt es ganz anders. Eventuell stimmt es auch. Zumindest teilweise. Doch wir können uns sicher sein, dass es wahrscheinlich anders kommt. Dass wir nicht genau wissen, was passiert.

 

Wir meinen uns zu kennen. Doch oft müssen wir eine Erfahrung erst selber machen, um zu erfahren, wie wir reagieren. Zuvor können wir Vermutungen anstellen. Überlegen, wie es wohl sei. Doch wenn es so weit ist, kommt es doch anders. Ist es für uns doch anders.

 

Anstatt also voller Zuversicht und der Annahme — wir wüssten — durchs Leben zu gehen, wären mehr Zweifel angebracht. Wir sollten mehr fragend durchs Leben gehen. Nichts als Tatsache betrachten, sondern als Möglichkeit. Mit der Einstellung, dass es so kommen könnte, nicht muss.

 

Vor allem wenn wir meinen, uns zu kennen, sollten wir uns fragen: Tun wir das wirklich? Wie gut kennen wir uns? Was schlummert noch alles in unserem Unterbewusstsein? Welche unserer Seiten wollen wir nicht sehen noch annehmen?

 

Sei dir nie zu sicher. Was ist oder nicht ist. Wie deine Umgebung ist. Deine Zukunft. Deine Mitmenschen. Du.