Heute war wieder einer dieser Tage

We do not exist for the sake of something else. We exist for the sake of ourselves.

— Shunryu Suzuki

 

Heute war wieder einer dieser Tage.

 

Dieses Gefühl nach mehr. Dieses Bedürfnis nach mehr. Und dieses mehr ist eigentlich eher weniger. Weniger von all den alltäglichen Dingen. Mehr vom Wesentlichen. Zurück zum Wesentlichen.

 

Es ist, als würde mich ein Gefühl überkommen. Doch da ist kein Gefühl. Nichts, das sich fassen ließe. Nichts, was sich beschreiben ließe.

 

Es sind Momente, an denen alles an Bedeutung verliert. An denen alles Verlangen kurz erlischt. An denen es kein Hunger gibt. Nichts zu tun ist. Nichts falsch ist. Alles einfach nur ist.

 

Es sind Momente, an denen ich einen winzigen Schimmer der anderen Seite erhasche. Nicht die Seite des Todes. Der anderen Seite. Des Lebens. Des puren Lebens. Des puren Seins.

 

Es sind diese Momente, an denen ich kein Gefühl mehr für mich habe. Es langsam verliere. Es nie hatte? An denen es — wenn auch nur für einen winzigen Augenblick — kein Denken mehr gibt.

 

Was ich an diesen Tagen fühle? In diesen Momenten? Ich weiß es nicht. Ich fühle mich leer. Und zugleich unglaublich voll.

 

Es ist, als würden sich meine eigenen Grenzen auflösen. Mein Gefühl, was ich bin und was nicht bin, meine Wahrnehmen, mein Körper, mein Sein vermischt. Mit allem und doch nichts.

 

Dann gibt es kein Beschreiben. Kein Bewerten. Mir kommen die Tränen, ohne zu wissen warum. Ohne wissen zu wollen warum. Kein Reflektieren. Kein Denken. Kein Wollen.

 

Ein unglaublich friedlicher Moment.

 

Dann kommt das Denken. Die Fragen. Es bleibt nicht mehr beim Sein. Beim Wahrnehmen. Dann ist der Moment vorbei.

 

Was bleibt, ist dieses Gefühl. Im ganzen Körper. Das Gefühl von Leichtigkeit und doch so schwer.

 

An Tagen wie diesen, an denen nichts wichtig ist. Ein Tag, an dem alles wichtig ist.

 

Heute war einer dieser Tage. Ein Tag wie jeder andere — zumindest, wie jeder andere sein könnte.