Ich gehe.

Es steht jetzt endgültig fest.

 

Eigentlich ist es ja schon seit einiger Zeit beschlossene Sache. Ich gehe.

 

Ich verlasse meinen kleinen safe place rundum Berlin. Diesmal nicht nur für einen kleinen Urlaub. Diesmal will ich nicht nur Reisen, sondern Leben. In Kanada.

 

Man kann sicherlich nicht sagen, dass ich wenig rumgereist bin. Viele Male war ich bereits in Asien und auch anderen Weltgegenden dieser Welt. Doch erst letztes Jahr im März war ich dann das erste Mal für einen Monat weg.

Einen ganzen Monat bin ich mit meiner Schwester auf den Azoren rum gewandert. Im Herbst ging es dann erneut einen Monat nach Island.

Jetzt also Kanada. Wahrscheinlich für 12 Monate. Oder auch länger?

 

Die Entscheidung habe ich mit meiner Freundin schon vor längerer Zeit getroffen. Doch erst jetzt realisiere so langsam, was dies wirklich für mich bedeutet.

Ich kann kaum beschreiben, welche Gefühle dabei in mir aufkommen. Keine Angst. Aber auch keine riesige Vorfreude. Klar freue ich mich darauf. Ich denke, es wird das Beste, was ich bisher erlebt habe. Am ehesten trifft es wahrscheinlich Respekt. Respekt vor dem, was vor mir liegt. All die Veränderungen, die ich durchmachen werde.

 

Am meisten freue ich mich gerade, möglichst viel hier in Deutschland zurückzulassen. All die Verpflichtungen und Erwartungen. Dabei ist mir bewusst, dass die meisten alleine von mir erzeugt werden. Doch irgendwie habe ich ständig das Gefühl, nicht richtig ich sein zu können. Nicht genügend Raum zu haben, um mich ausleben zu können.

Es ist schon eine komische Welt. Man könnte meinen, ich habe hier alles, was ich brauche. Und doch zieht es mich weit weg von hier. An einen Ort, an dem es in meiner Vorstellung anders sein wird.

 

Doch ist es wirklich der Ort? Ist es nicht irgendwie meine Einstellung zu meiner Umgebung und meinem Leben? Ich weiß nicht. Aber ich werde es herausfinden.