Warum tust du, was du tust?

Hast du dir schon mal die Frage gestellt? Warum tust du all die Dinge, die du tust?

 

Weil es einfach ist? Weil alles andere dir Angst macht? Weil jemand es so erwartet? Weil du es selber so erwartest? Weil es sich einfach so ergeben hat?

 

Weil du nicht weißt, was du sonst tun solltest?

 

Ich glaube, bis wir eine einfache Antwort auf diese Frage finden, müssen wir oft Fragen. Weit gehen. Viele Antworten ausschließen.

 

Es mag ein mühsamer Weg sein. Doch es lohnt sich, ihn zu gehen. Nicht um anzukommen. Sondern um ihn zu gehen.

 

Jahrelang wusste ich nicht, was ich will. Sicherlich bin ich noch weit davon entfernt, es wirklich zu begreifen. Doch ich habe mich auf die Reise begeben. Bleibe nicht mehr stehen. Fragend. Wartend.

 

Ich denke, es kann uns ungemein helfen, herauszufinden warum wir Dinge tun. Was ist unsere wahre Intension? Das ist gar nicht so einfach herauszufinden. Wenn wir uns das selber fragen, bekommen wir meistens keine ehrliche Antwort.

 

Wie so oft sind wir mit uns selber am wenigsten ehrlich. Weil die wahre Antwort zu schmerzhaft wäre?

 

Ich erinnere mich noch an einen dieser Momente, an denen die eigene Illusion verblasst.

 

Es ist noch nicht lange her. Diesen Sommer in Kanada. Nach über 12 Stunden Busfahrt bin ich in irgendeiner kleinen Stadt angekommen. In einigen Stunden würde ich für weitere 12 Stunden mit dem Bus unterwegs sein.

 

In unmittelbarer Umgebung gab es einen Berg. Oben alles ganz flach. Ein schöner Park. Grüner Rasen. Sonne. Bäume die Schatten spenden. Unglaublich friedlich.

 

Ich liege. Schaue über die Stadt hinweg in die Ferne.

 

Nicht weit von mir, werden Hochzeitsfotos gemacht. Ein ganz frisch verheiratetes Ehepaar hat wohl beschlossen, ihren glücklichen Tag hier an diesem friedvollen Ort festhalten zu lassen. Ich schaue dem Treiben aus einigem Abstand interessiert zu.

 

Es war diese eine Frage, die tief in mich hinein drang. Eine Frage die Steven Pressfield in ‘the war of art’ stellt:

 

Was würdest du tun, wenn du der einzige Mensch auf Erden wärst?

 

Bei dieser Frage musste ich innehalten.

 

Ich habe mir schon viele solcher Fragen gestellt. Doch irgendwie war diese Frage in dem Moment enorm kraftvoll.

 

Was würde ich tun?

 

Sicherlich, erstmal würde ich mich enorm einsam fühlen. Mir einen — überhaupt irgendeinen — Menschen wünschen. Nicht allein sein wollen.

 

Doch was würde ich tun? Würde ich das tun, was ich jetzt tue?

 

Wahrscheinlich nicht.

 

Wahrscheinlich würde ich … ja, was würde?

 

Was würdest du tun?

 

Was würdest du tun, wenn du der einzige Mensch auf Erden wärst?

 

Und wenn du es nicht schon jetzt tust: Warum tust du es nicht?