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Category Archives for "Minimalismus"

Bereits nach 2 Wochen bin ich gescheitert

Ich habe mir für den Rest des Jahres also vorgenommen, keine neuen Dinge mehr zu kaufen. Mein Leben zu vereinfachen und mich noch mehr auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren.

Den letzten Artikel habe ich geschrieben, kurz bevor ich nach Norwegen Wandern gefahren bin. Als er online ging, war ich bereits auf einem Berg irgendwie in der Natur. Man könnte meinen, es gäbe kaum einen besseren Ort für solch ein minimalistisches Vorhaben. Nur mit dem Rucksack unterwegs. Keine Ablenkung. Ganz automatisch kommt man auf den Boden der Realität.

Und doch hatte ich bereits am 2. Tag eine lange Liste mit Sachen, die ich gerne noch haben würde. Vor allem Outdoor-Ausrüstung. Meine Reisebegleiter hatten einfach wirklich tolle Ausrüstung mit. 1000 Dinge, die mein Leben besser machen würden. Ok vielleicht nicht mein Leben, doch hätten sich einige Sachen auf dem Trip sicherlich gut bewährt.

Ich habe mir nichts davon gekauft und werde es dieses Jahr auch nicht tun – so zumindest der Plan. Es war jedoch sehr interessant zu erfahren, wie schnell man in manchen Situationen neue Sachen kaufen möchte. Teilweise nicht unbegründet. Denn ganz ehrlich: Mit einem Sommerzelt in Norwegen bei Kälte, Sturm, Schnee und Eis ist man nicht unbedingt optimal ausgerüstet. Für manche Vorhaben braucht man einfach ein paar Sachen – zumindest machen sie es einfacher und auch sicherer.

Auch wenn ich mir keine Outdoor-Ausrüstung gekauft habe, so habe ich mir doch etwas Neues zugelegt. Nachdem ich mal wieder für eine kurze Zeit aus nur einem geordneten Rucksack gelebt habe, wollte ich auch mehr Ordnung bei mir Zuhause. So habe ich mir 4 Boxen zur Organisation zugelegt.

Im Prinzip habe ich damit mein Vorhaben, nichts Neues zu kaufen, schon nicht geschafft. Trotzdem habe ich hier eine Ausnahme gemacht. So habe ich mich gezwungen meine Sachen nochmal komplett zu sortieren und habe gleich ein paar Dinge aussortiert. Natürlich kann man sich vieles ganz einfach zurechtlegen und begründen. Gekauft ist gekauft. Aber das Gute ist ja, dass jeder selbst entscheiden kann, was zu seinem Weg passt und wo er eine Ausnahme macht. Ich bin jedenfalls voll motiviert, “weiterhin“ nichts Neues zu kaufen.

6 Monate lang nichts mehr kaufen

Ich starte ein Experiment: 6 Monate lang werde ich keine Dinge mehr kaufen. Dinge? Naja, keine neuen Sachen. Zeugs halt. Lebensmittel usw. natürlich schon. Aber nichts, was ich nicht unbedingt brauche.

Dinge machen uns nicht glücklich

Schon lange bin ich davon überzeugt, dass mich mehr Dinge im Leben nicht glücklicher machen. Minimalismus ist definitiv kein neues Thema für mich. Darum versuche ich auch seit längerem sehr bewusst, nur ausgewählte Sachen in mein Leben zu lassen. Wirklich nur Sachen, die ich auch in meinem Leben haben möchte. Doch du weißt wie das ist, irgendwie werden es dann doch immer mehr… Es gibt einfach so viel tolle Sachen!

Ich geb’s zu: Ich habe unzählige Bücher in den letzten Monaten gekauft. Viele davon habe ich noch nicht gelesen. Teilweise nicht mal reingeschaut. Jedes Mal denke ich mir: „Es sind ja nur Bücher“. Und Bücher sind auch wunderbar, darum geht es mir hier nicht. Sondern darum, dass ich noch bewusster mit den Dingen in meinem Leben umgehen möchte.

Genau darum starte ich dieses Experiment. Ich möchte dadurch mehr Wertschätzung zu den Sachen entwickeln, die ich bereits besitze. Gleichzeitig möchte ich den inneren Impuls, immer neue Sachen haben zu wollen, schwächen.

Worum geht es genau?

Keine neuen Dinge. Also keine Bücher, Klamotten, Gadgets oder ähnliches. Gleichzeitig auch keine neuen elektronischen Dinge wie Ebooks, Apps oder Software. Schließlich geht es mir nicht unbedingt darum, dass die Dinge physischen Platz wegnehmen. Dinge nehmen Platz in unserem Leben ein – unabhängig davon ob sie physisch oder digital sind.

Ausnahmen

Von Beginn an möchte ich mir gleich ein paar Ausnahmen freihalten: – Wenn mein Macbook oder ein anderes essentielles Arbeitsgerät kaputtgeht, darf ich ein Neues kaufen. Ich brauche einige wenige Sachen zur Arbeit und möchte nicht auf sie verzichten. – Wenn ich etwas Neues unbedingt für die Arbeit wie z.B. Arbeitsmaterial für ein Seminar oder mein Studium wie z.B. ein Fachbuch brauche, darf ich auch das kaufen. – Weiterhin werde ich in den nächsten Monaten versuchen, meine genutzte Software zu “minimalisieren“. Dabei möchte ich unter anderem auch viele Abos kündigen. Teilweise werde ich dafür alternative Tools ohne Abo kaufen. Dies plane ich jetzt schon ein. Neue Tools müssen jedoch alte ersetzen und ich werde mich auf solche beschränken, die ich wirklich brauche.

Ich denke, das war es erstmal. Für mich ist es das erste Experiment in dieser Art. Auch wenn ich mich als Menschen sehe, der eher wenig kauft, wird es eine kleine Herausforderung sein. Ich bin gespannt, inwiefern sich meine Beziehung zu einigen Sachen verändert.

Im Laufe der Zeit werde ich Updates schreiben. So kannst du meine Entwicklung mitverfolgen. Vielleicht ist dies hier auch der perfekte Anlass, um dein eigenes Experiment zu starten? Worauf wartest du?

Weniger ist die Antwort

Oft meinen wir, dass mehr die Antwort wäre. Dass mehr besser wäre. Ständig ist unser Bestreben nach mehr ausgerichtet. Doch mehr macht vieles nicht besser. Weder bei Produkten, Ideen noch in unserem Leben.

Ganz im Gegenteil: Ab einem gewissen Punkt, werden Dinge durch das Hinzufügen sogar schlechter.

Dinge werden durch Wegnehmen besser. Indem wir Unnötiges aussortiere. Überflüssiges entfernen.

„Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.“

– Lin Yutang

Wir stopfen unser Leben mit immer mehr Dingen voll. Wollen immer mehr Features und Gadgets. Unser Streben nach mehr scheint keine Grenzen zu kennen. Kaum haben wir etwas, wollen wir mehr davon. Oder das Nächste. Ein besseres Tool. Die nächste Beförderung. Die nächste Reise. Ein noch besseres Erlebnis. Mehr.

Dabei merken wir doch schon lange, dass uns das nicht glücklich macht. Innerlich sehnen wir uns nach Einfachheit. Das Leben ist so stressig und komplex geworden. Wie schön es wäre, wäre alles ganz simpel.

Liegt es nicht an uns, wie kompliziert wir unser Leben gestalten? Wie viel wir in unser Leben hineinlassen? Was wir wollen? Was wir als wichtig erachten? Natürlich ist es nicht einfach, sich von dem „modernen“ Leben plötzlich zu entziehen. Dennoch ist es möglich. Du kannst ganz einfach aussteigen. Dich nur noch auf die Sachen fokussieren, die dich glücklich machen.

Das ist einfach gesagt, ich weiß. Denn natürlich haben all die Sachen, auch ihr Gutes. Sie lenken uns ab. So müssen wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen. Was wir eigentlich wirklich wollen. Wir müssen uns nicht mit den wirklich schwierigen Dingen konfrontieren. Können lieber das bekannte Übel wählen. Einfach weiter machen. Mehr wollen.

Ist es das, was du wirklich willst? Ich denke nicht. Tief in dir weißt du, dass mehr nicht die Antwort ist. Dass du ein anderes Leben führen möchtest. Richtig? Worauf wartest du?

Es sind keine riesigen Veränderungen nötig. Du musst nicht auf einmal, alles anders machen. Fokussiere dich einfach auf die wesentlichen Dinge. Auf die Sachen, die dir wirklich wichtig sind. Fokussiere dich auf weniger. Tue weniger.

Weniger, aber besser.

Entscheide dich gegen gute Gelegenheiten

Wir leben in einer Welt der Möglichkeiten. Jedem von uns eröffnen sich unglaublich viele Optionen. Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Zu sehr ist es schon normal geworden. Doch oft haben wir nicht einfach nur Möglichkeiten, sondern sogar viele wirkliche Gute. Und damit kommen wir nicht zurecht.

Diese Freiheit, selbst entscheiden zu können, kommt mit einem Preis. Es ist der Preis, entscheiden zu müssen. Denn du kannst nicht alles machen. Nicht alles haben. So sehr du es auch versuchst.

Das bedeutet auch, dass du dich gegen gute Sachen entscheiden musst. Gegen wunderbare Gelegenheit. Selbst wenn dich jemand für verrückt erklärt, dass du eine einzigartige Gelegenheit nicht wahrnimmst. Denn sei dir bewusst: Nur wenn du dich gegen Sachen entscheidest, kannst du dich wirklich für etwas entscheiden.

Müssen wir uns immer gegen Sachen entscheiden? Nein, natürlich nicht. Doch in den allermeisten Fällen wollen wir zu viele Sachen gleichzeitig. Wir wollen uns nicht entscheiden. Nichts verpassen. Möglichst alles mitnehmen. Doch auch das Nichtentscheiden ist eine Entscheidung. Und meistens nicht die beste.

Indem wir uns nicht bewusst für und gegen Sachen entscheiden, nehmen wir uns das Potenzial von so vielem. Am Ende wundern wir uns dann, wenn es doch nicht so ausgeht, wie wir uns erhofft hatten. Dabei haben wir selbst dazu beigetragen.

Siehe jede Entscheidung immer im Kontext deiner Ziele, Wünsche, Verpflichtungen und anderer Entscheidungen – nie isoliert. Dann fällt es dir auch leichter einfach mal „Nein, aber danke für diese wunderbare Möglichkeit“ zu sagen.

Simpel, aber nicht einfach

Die meisten Dinge im Leben sind eigentlich sehr simpel. Selbst die komplexesten Themen stellen sich bei genauerer Betrachtung als äußerst simpel heraus.

Vor allem Probleme und Entscheidungen nehmen wir meist als sehr komplex und schwierig war. Doch sind sie das wirklich?

Wenn jemand sein Verhalten verändern möchte, kann das sehr schwierig sein. Täglich scheitern Unzählige damit, schlechte Gewohnheiten durch bessere Gewohnheiten zu ersetzen. Doch am Ende ist das Ganze sehr simpel.

Entweder du tust es oder du tust es nicht.

Entweder du lebst gesund oder nicht. Entweder du bist glücklich oder nicht. Entweder du gehst in die eine Richtung oder in die andere.

Natürlich ist die Welt nicht Schwarz oder Weiß. Gerade solch ein komplexes Thema wie Gesundheit hat viele verschiedene Facetten. Ich möchte diese Komplexität keinem Thema, Problem oder Entscheidung absprechen.

Oft ist es gerade eine Herausforderung, eine gewisse Komplexität zu erhalten. Letztendlich sind einige Informationen und Beziehungen essentiell.

Gleichzeitig: Mach es nicht unnötig kompliziert. Eigentlich ist es sehr simpel.

Simpel bedeutet natürlich nicht gleich einfach. Nur weil etwas sehr simpel ist, heißt es nicht, dass du es auch einfach tun kannst. Verhaltensänderungen sind im Grunde sehr simpel. Meistens wissen die Betroffenen selbst, was sie tun müssten. Doch dieses Wissen alleine hilft nicht.

Das nächste Mal, wenn du vor einer komplexen Aufgaben stehst, werde dir bewusst: Im Grunde ist es ganz simpel. Frage dich: Machst du es gerade unnötig kompliziert? Was ist hier das Grundlegende?

Wenn du dann das Simple gefunden hast, versuche es einfacher zu machen. Frage dich: Was wäre, wenn es einfach wäre?

Oder du lässt es und schiebst das Problem zum Nächsten weiter. Das ist zumindest einfach.

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