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Category Archives for "Persönlichkeitsentwicklung"

Du versteht alles falsch

Ständig füllen wir Lücken. Denken uns unseren Teil. Stellen Zusammenhänge her. Sorgen dafür, dass unsere Kommunikation doch noch funktioniert.

Denn wir kommunizieren alles anderes als eindeutig. Auch wenn wir das manchmal glauben mögen. Es ist schon lange bekannt, dass nicht selten zwei Personen mit völlig verschiedener Wahrnehmung aus einem Gespräch herausgehen. Wir können versuchen, uns klar und eindeutig auszudrücken. Nichtsdestotrotz wird es uns nie gelingen.

Das gehört einfach zur menschlichen Kommunikation dazu. Sie ist alles andere als perfekt. Missverständnisse sind eher die Regel als die Ausnahme. Ebenso interpretieren wir Dinge unentwegt falsch. Natürlich können wir versuchen, unser Gegenüber immer besser zu verstehen. Nachzufragen. Uns in den anderen hineinzuversetzen. Doch zu allererst sollten wir die Situation akzeptieren.

Wie reiben uns unsere Sachen zusammen. Interpretieren extrem viel in sie hinein. Anders ist es gar nicht möglich. Lass uns das annehmen und so in jede Kommunikation gehen. Mit Offenheit. Verständnis. Empathie. Vor allem jeder Menge Menschlichkeit und Platz für Fehler.

Wie entscheidest du, was du tust?

Entscheidungen. Unaufhörlich treffen wir welche. Man sollte meinen, wir wären gut daran. Doch es gibt wenig, womit sich die meisten Menschen so schwertun. Man könnte meinen, dass sei paradox.

Und es geht noch weiter: Wir haben so viele Optionen. So viele Freiheiten. Sollte man da nicht meinen, dass es leicht wäre, uns zu entscheiden? Oder wird es dadurch erst richtig kompliziert?

Wäre es nicht schön, wenn du einen klaren Kompass hättest, nach dem du deine Entscheidungen treffen könntest? Das würde so vieles leichter machen. Doch wie kommst du zu deinem Kompass? Denn einfach nur ein Kompass bringt dich nicht weiter. Du brauchst deinen eigenen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Kompass, stellt sich schnell die Frage, was so flexibel und allgemeingültig sein könnte. Die Antwort: Prinzipien. Grundlegende Prinzipien, die dein Leben bestimmen und die Essenz umfassen, was dir wichtig ist. Sie sind die Grundsätze, die deinem Handeln und Verhalten zugrunde liegen.

Wünscht du dir etwas Greifbareres? Sind dir Prinzipien zu abstrakt? Wie wäre es mit Folgendem: Folge dem Widerstand. Wenn du großen Widerstand gegen etwas verspürst, sind die Chancen gut, dass du es tun solltest. Dass dies der Weg für inneren Wachstum und Entwicklung ist.

Widerstand kann viele Formen annehmen. Oft begegnet er uns in Form von Angst. Hast du Angst, etwas zu tun? Dann solltest du vielleicht genau das tun. Natürlich sollst du deine Gesundheit nicht gefährden. Es geht nicht darum, fahrlässig zu sein. Stattdessen willst du erkennen, wenn du dich selbst sabotierst. Mal wieder den sicheren Weg wählst.

Wie entscheidest du nun in schwierigen Situationen? Folge dem Widerstand. Wähle nicht sofort den einfachen Weg. Sondern den Lohnenswerten. Alleine das ist ein guter Kompass, der dich in vielen Situationen unterstützten kann. Zumindest wenn du bereit bist, dich nicht nur den schwierigen Situationen zu stellen, sondern auch dem, was anschließend kommt.

Denn natürlich sind nicht nur Entscheidungen schwer. Oft ist der ganze Weg schwer. Und oft sind es die steinigen Wege, die wir gehen sollten.

Wann ist der richtige Moment?

Kennst du solche Momente in denen du inspiriert bist? In denen du voller Schöpfungskraft steckst? In denen Kreativität nur so aus dir heraussprudelt? In denen die Arbeit wie von selbst passiert?

Sicherlich kennst du sie. Sicherlich kennst du auch Momentente, in denen genau das Gegenteil herrscht. Wenn einfach gar nichts geht.

Wie gehst du damit um? Wie kannst du möglichst viele Momente von den ersteren und möglichst wenig von den letzteren haben?

Es fängt wohl damit an, zu akzeptieren, dass es beide Momente gibt. Es gibt verschiedene Zeiten für unterschiedliche Sachen. Du kannst nicht alles zu jeder Zeit gleich gut tun.

Bedeutet das, dass du immer auf inspirierende Momente warten musst? Nicht unbedingt. Etwas professionell zu tun, bedeutet da zu sein – egal, was ist. Egal, wie es gerade in dir aussieht. Egal, ob du gerade Lust hast. Du tust es, weil es das ist, was du tust. Weil du jemand bist, der das tut. Weil du ein Pro bist.

Zum Glück haben wir Einfluss darauf, in welchem Zustand wir gerade sind. Wir müssen nicht darauf hoffen, dass uns irgendwann Kreativität, Lust und Energie überkommt. Indem wir immer wieder aufkreuzen, kommen wir auch immer häufiger in den „richtigen“ Zustand.

Darum sind Routinen so unglaublich mächtig. Vor allem wenn wir sie bewusst gestalten. Wenn wir uns Zeiten und Raum für unsere wichtige Arbeit schaffen. Wenn wir immer und immer wieder aufkreuzen.

Also, manchmal klappen Sachen einfach nicht so gut. Wir sind nicht so produktiv oder kreativ, wie wir es uns wünschen. Das ist in Ordnung. Solche Momente darf es auch mal geben. Doch trotzdem da zu sein. Die Arbeit trotzdem zu tun, reduziert die Häufigkeit dieser Momente enorm. Egal wie groß der Widerstand ist, sei trotzdem da. Einfach nur um da zu sein. Nicht für ein Ergebnis.

Der richtige Moment ist nie da und gleichzeitig immer.

Es gibt nicht den richtigen Weg

Bist du auf der Suche nach dem richtigen Weg? Die richtige Methode? Technik? Mentor? Idee? Dann ist das vielleicht dein Problem.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass deine Suche nur ein weiterer Versuch ist, dich von der wirklichen Arbeit abzuhalten? Wir können Ewigkeiten damit verbringen, das „Richtige“ zu suchen. Manch einer sucht sogar mit der unbewussten Hoffnung, nie fündig zu werden.

Das bedeutet nicht, dass wir nicht unsere Optionen abwägen sollten. Nicht versuchen sollten, den besten Weg zu gehen. Doch viel wichtiger ist es, dass wir überhaupt einen gehen.

Sicherlich sind einige Wege deutlich besser als andere. Was bringen dir diese jedoch, wenn du gar keinen gehst? Nur weil du dich nicht entscheiden kannst. Weil du nicht losgehst.

Sachen funktionieren nur, wenn wir sie auch tun.

Also, hör auf nach dem besten Weg zu suchen. Schau dir deine Möglichkeiten an. Halte kurz inne. Doch dann lauf los. Begib dich auf deine Reise.

Unterwegs kannst du deinen Kurs immer noch korrigieren. Vielleicht wirst du sogar merken, dass du unterwegs viel bessere Entscheidungen treffen kannst. Dass sich dir ganz andere Optionen eröffnen, sobald du dich erstmal in Bewegung gesetzt hast.

Das nächste Mal, wenn du dich fragst: „Was ist das Richtige?“, frage dich lieber: „Was ist das Beste, was ich jetzt und unter diesen Umständen tun kann?“. Und dann tust du es.

Wer ist schuld, wenn wir uns nicht verändern?

Schon lange weiß die Psychologie: Unsere Persönlichkeit ist nicht starr. Wir sind nicht mit festen Eigenschaften geboren. Wir sind nicht einfach so, wie wir sind.

Stattdessen sind wir Menschen mit unseren Wesenszügen plastisch. Unsere Persönlichkeit kann sich verändern. Teilweise sogar dramatisch. Wir können schlechte Eigenschaften ablegen. Gute Eigenschaften annehmen.

Bist du schüchtern? Ängstlich? Schnell gereizt? Egoistisch? Launisch? Unsicher? Vielleicht bist du es momentan. Doch Veränderung ist möglich.

Durch Persönlichkeitsentwicklung und Sachen wir Meditation können wir unser Gehirn neu verknüpfen. Wir können uns verändern. Ganz bewusst.

Doch was bedeutet das? Wir können uns und unsere Persönlichkeit verändern? Liegt der Schluss nicht Nahe, dass wir verantwortlich sind, wie wir sind? Dass wir die Schuld haben, dass wir so sind wie wir sind?

Natürlich wäre es naiv, würden wir meinen, dass nur wir Einfluss auf uns hätten. Unsere Umgebung prägt uns enorm – vor allem in den jungen Jahren. Besonders unsere soziale Umgebung macht uns zu dem, wer wir sind.

Bist du schuldig, dass du so bist, wie du bist? Schuldig, sicherlich nicht. Um Schuld sollte es sowieso nicht gehen. Hattest du einen Einfluss? Ja, sicherlich. Die spannendere Fragen ist doch aber: Wie aktiv gestaltest du, wer du gerade wirst? Bist du passiv und lässt deine Umgebung dich „gestalten“? Oder arbeitest du aktiv mit und an dir, sodass du die Person wirst, die du gerne sein möchtest?

Es geht nicht darum, wer du warst, sondern wer du gerade wirst.

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