So kannst auch du bei über 40°C für 3 Stunden baden

Warnung! Ich empfehle ganz klar niemandem, das hier Beschriebene nachzumachen. 

 

Dieser Artikel richtet sich an Menschen, die sowie schon ähnliches praktizieren und hoffentlich von meinen Erfahrungen profitieren. Dieser Artikel ist eher für all diejenigen, die meine Leiden-schaft teilen. Für Menschen, die es immer wieder zurückzieht. In die Badewanne.

 

3 Stunden baden. Dann auch noch bei über 40°C. Warum solltest du das wollen?

 

Das ist eine gute Frage. Du weißt nicht, warum du es tun solltest? Dann lass es am besten einfach. Ernsthaft. Empfehlen kann ich es eigentlich nicht. So wirklich gut ist es für den Körper wohl nicht.

 

Trotzdem irgendwie kann ich es nicht lassen. Schon seit vielen Jahren bade ich regelmäßig sehr lange und sehr heiß. Über die Jahre habe ich viele Erfahrungen gesammelt und probiert mein Erlebnis zu optimieren. Einiges vom Gelernten möchte ich nun teilen.

 

Tue es nicht!

 

Ich möchte nochmal davor warnen, das Beschriebene einfach so auszuprobieren. Vor allem Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder generell einen schwachen Kreislauf sollten nichts dergleichen versuchen. Blackouts und daraus resultierende Verletzungen sind vor allem bei wenig Erfahrung, schlechtem Körperbewusstsein und/oder schwachem Kreislauf nicht unwahrscheinlich.

 

Warum tue ich es trotzdem?

 

Ehrlich gesagt, habe ich mir schon öfters vorgenommen, nicht mehr so lange und so heiß zu baden. Doch irgendwie hat es einen starken Reiz, sodass ich doch immer wieder ‘rückfällig’ werde.

 

Eigentlich bin ich kein ‘Wasser-Mensch’. Ich mag das Meer, aber schwimmen tue ich irgendwie nicht so gerne. Ganz allgemein fühle ich mich auf festen Boden am wohlsten. Trotzdem ist Baden anders.

 

Baden bedeutet für mich vor allem Entspannung. Du ‘zwingst’ dich dazu, komplett still zu sein. Du kannst nicht viel machen. Dich kaum bewegen. Einfach nur da liegen. Schweben. Sein.

 

Es ist, als wäre man in einer anderen Welt. Alles andere verblasst um einen herum. Nur noch dieser Moment. Nur noch jetzt und hier.

 

Aber es geht noch weiter. Teilweise kann man Trancezustände erreichen. Gelegentlich und vor allem ohne viel Erfahrung durch völlige Erschöpfung der Bewusstlosigkeit nahe. Ansonsten eher ein Dämmerzustand. Wie im Halbschlaf. Und doch ganz anders.

 

Ich kann mir vorstellen, dass jeder es sowieso anders erlebt. Letztendlich ist es auch bei mir nicht immer gleich.

 

Wie gesagt, ich möchte dich nicht dazu animieren, es auch zu versuchen. Doch wenn du ähnlich tickst wie ich, wirst du es sowieso tun — oder hast es schon längst getan.

 

Ich möchte dir ein paar Hinweise geben, wie man das ganze besser gestalten kann. Vor allem besser durchsteht und sich danach besser fühlt.

 

Nebenwirkungen

 

Gibt es Nebenwirkungen? Naja. Generell ist es eine sehr große Belastung für den Körper. Wenn du auf sportliche Leistungsfähigkeit aus bist, ist dies suboptimal. Letztendlich kann es deine Regenerationsfähigkeit beeinträchtigen.

 

Im Prinzip wird ein künstliches Fieber erzeugt. Der Körper gelangt an seine Grenzen, die eigene Körpertemperatur zu regulieren bzw. konstant zu halten. Die Folge: die Körpertemperatur steigt.

 

Pro Grad Erhöhung verdoppelt sich die Stoffwechselaktivität. Das kommt vor allem dem Immunsystem im Krankheitsfall zu Gute. Wie groß positive Effekte ausfallen, kann ich nicht abschätzen. Das Ganze macht man sich jedoch mit Saunagängen auch zu Nutzen.

 

Großer Unterschied zur Sauna: man bleibt insgesamt deutlich länger drin. Ich habe zumindest bis jetzt immer Pausen zwischen den Saunagängen gemacht.

 

Die starke Belastung kann den Körper enorm erschöpfen. So stark, dass außer einfach nur Schlafen nichts mehr geht. Durch die unten genannten Tricks habe ich die Erschöpfung schon stark reduziert. Inzwischen bin ich anschließend meistens einfach entspannt, aber habe immer noch Kraft und Energie.

 

Ansonsten kann es passieren, dass am nächsten Tag die Augen verklebt sind. Ähnlich einer Bindehautentzündung. Das geht meiner Erfahrung nach innerhalb des Tages wieder weg. Die Augen geschlossen zu halten hilft. Zu Not würde wahrscheinlich eine Schwimmbrille auch helfen. Interessanterweise scheinen einige der erwähnten Tricks hiermit auch zu helfen. Zumindest habe ich das Problem kaum noch, obwohl ich weiterhin dabei viel lese.

 

Wie gesagt, es kommt zu einer großen Belastung, sodass es zu Kreislauf-Problemen führen kann. Wer fit ist, sich langsam ran tastet, vorsichtig ist und einige der folgenden Dinge beherzigt, sollte keine Probleme haben.

 

Meine ‘Tricks’

 

Es gibt kein Geheimnis. Einfach lange und heiß baden. Möglichst dabei entspannen und alles genießen. So geht es einfacher, ist angenehmer, du verstärkst das Erlebnis und du reduzierst die ‘Nebenwirkungen’ bzw. auch Gefahren. 

 

Viel Trinken

 

Enorm wichtig. Sicherlich der wichtigste Punkt. Davor, dabei und danach viel Trinken. Man schwitzt sehr viel. Dies nimmt man nur begrenzt wahr, da man ja im Wasser ist. Aber spätestens, wenn einem der Schweiß ständig in die Augen läuft, kann man es nicht mehr ignorieren.

 

Also viel Trinken. Meine Empfehlung: mindestens 1 Liter pro Stunde in der Badewanne. Großes Thema beim Schwitzen sind die ganzen Elektrolyte. Ich trinke darum isotonisches Salzwasser. Bis zu 0,9%ige Salzlösung. Schmeckt nur leicht salzig und mit etwas Zitronensaft gar nicht so schlecht. Unbedingt hochwertiges Salz verwenden.

 

Ansonsten trinke ich zusätzlich noch gerne heißen grünen Tee und selbstgemachten Kombucha dabei. Gurke, Wassermelone und Grapefruit eigene sich ansonsten auch noch sehr gut.

 

Kalt duschen

 

Kalt duschen macht bei mir einen riesigen Unterschied. Meine Empfehlung: alle 20 Minuten kalt duschen. Gerne ein paar Minuten lang. Das geht natürlich nur, wenn man noch eine zusätzliche Dusche im Bad hat. Ganz am Anfang zu duschen, ist optional. Aber unbedingt auch länger als Abschluss.

 

Gleiche Prinzip wie bei der Sauna. Wechsel von Hitze und Kälte. Unbedingt vorsichtig mit dem Kreislauf sein. Es ist empfehlenswert, wenn man sowieso schon kaltes Duschen gewöhnt ist.

 

Isoliere dich

 

Du willst dich entspannen. Also vermeide alle Störungen. Handy aus. Zettel an die Tür. Anderen Bescheid geben. Nur so kannst du wirklich alles um dich herum vergessen. 

 

Möglichst abends

 

Da man danach teilweise stark geschafft und müde ist, sollte man möglichst abends baden. Du solltest danach also nicht mehr viel vorhaben. Wie gesagt, durch viel Trinken, kalt Duschen sowie ‘trainieren’ ist es deutlich besser geworden.

 

Nutzte ein Thermometer

 

So kannst du sicherstellen, dass das Wasser nicht zu heißt ist. Gehe nicht über 42°C. Schließlich willst du keine Verbrennungen. Außerdem soll es ja auch nicht gefährlich werden. Ich nutzte inzwischen kein Thermometer mehr, sondern verlasse mich auf mein Gefühl. 

 

Atme und entspann dich 

 

Es darf anstrengend sein. Trotzdem sollte es nicht zu heißt sein. Du sollst dich nicht quälen. Nicht verkrampfen. Immer ruhig atmen und entspannen.

 

Tipp nebenbei: Wenn man sich nicht bewegt, bildet sich eine kühlere Wasserschicht um den Körper herum. So machen es die Japaner in heißen Quellen auch.

 

Erst du, dann das Wasser

 

Mache nicht den Fehler, in die volle heiße Badewanne gehen zu wollen. Für mich wäre dies viel zu heiß. Daher: Erst du in die leere Badewanne. Dann kommt das Wasser. Ruhig erstmal nur warmes Wasser und dann einfach immer mehr heißes Wasser einlaufen lassen. So gewöhnt man sich daran.

 

Nutze Badezusätze, Kerzen und Musik

 

Nutze bewusst Badesalz und Badezusätze. Diese haben verschiedene Wirkungen und können das Erlebnis auch noch verstärken. Ich mag auch noch Kerzen. Diese machen alles ein wenig gemütlicher.

 

Auch Musik darf natürlich nicht fehlen. Ich nehme schamanische Trancemusik.

 

Ruhe dich anschließend aus

 

Es ist empfehlenswert sich mindestens 30 Minuten danach auszuruhen. Am besten einfach ins Bett fallen.

 

Sei offen

 

Sei offen für das, was passiert. Lese. Meditiere. Schlafe. Sei einfach offen und erlebe. Mach deine eigenen Erfahrungen.