Outdoor, Abenteuer und Reisen – 6 Gründe warum du selber Outdoor-Reisen machen solltest

Wenn ich von Outdoor-Reisen spreche, denkt der ein oder andere sofort an anstrengende Wanderungen, schwere Rucksäcke, schlechtes Essen, stechende Mücken, keine Toilette oder tagelang nur Regen.

Sicherlich kann all das passieren, – wird es vermutlich sogar – aber es gibt so viel mehr, was solch eine Reise ausmacht.

Ich möchte dir einige Gründe nennen, warum es lohnt, aktiv zu werden, deinen Rucksack zu schnappen und die Trekkingtour zu starten oder endlich die Radtour zu machen. Stürzte dich ins Abenteuer und gehe Outdoor.
 

6 GRÜNDE FÜR MEHR OUTDOOR-AKTIVITÄTEN

 

1. OUTDOOR-REISEN LASSEN DEINE ALLTÄGLICHEN PROBLEME UNWICHTIG WIRKEN

 

Wenn Wasser und Essen nicht jederzeit und im Übermaß verfügbar sind, werden wir schnell gezwungen, neu zu überlegen, was wir wirklich brauchen. Sich darum kümmern zu müssen, dass die eigenen Grundbedürfnisse gestillt werden, bringt uns in eine völlig neue Perspektive. Die notwendige Beschaffung von solch Essentiellem wie Essen, Trinken, Schutz usw. zeigt uns, wie wenig wir eigentlich wirklich brauchen.

Aus dem Erfahren und der Beschäftigung mit solch grundlegenden Themen erwächst eine ungemeine innere Ruhe. Auf einmal verblassen all die “großen” Probleme des Alltags und ihre Prioritäten verlieren immer mehr an Bedeutung. Dies hat zur Folge, dass sich der ganze Stress und Druck fast von alleine in Nichts auflöst.

 

2. DU LERNST DICH SELBER KENNEN

 

Wenn wir uns erst einmal richtig auf das Outdoor-Erlebnis eingelassen haben, zwingt einen die Reduktion auf das Wesentliche, sich mit uns selber zu beschäftigen. Auf einmal gibt es keine Ablenkung in Form von Social Media, Fernsehen, Nachrichten, das tolle Auto vom Nachbarn oder der neue Freund irgendeiner Freundin.

Wenn wir uns nicht mehr mit Themen eines “modernen” Lifestyles beschäftigen, geht es auf einmal um Erleben und Sein. Wir erleben, wie wir wirklich sind, wenn es nun nicht mehr viel gibt, was uns von uns selber ablenken könnte. Sobald wir uns darauf einlassen, müssen wir uns auf einmal selber aushalten.

Wir werden gezwungen, sich mit uns selbst und dem eigenen Leben zu beschäftigen. Wenn wir immer mehr aus der eigenen Komfortzone hinausgehen, stellen wir uns plötzlich Fragen wie: “Will ich das?” und “Was will ich überhaupt?”

Aus der Beschäftigung mit uns selbst erwächst dann ein enormes Selbstbewusstsein und der ein oder andere entdeckt eventuell ganz neue Seiten an sich.

 

3. DU LERNST DEINE EIGENEN GRENZEN KENNEN UND ÜBERSCHREITEST DIESE

 

Es heißt nicht umsonst, dass der Mensch am Widerstand wächst.

Wenn wir nicht ständig aufhören können, sobald wir keine Lust mehr haben, weil es z.B. noch 1 Stunde bis zur nächsten Hütte oder der nächsten möglichen Schlafmöglichkeit ist, verlassen wir sehr schnell die eigene Komfortzone. Doch dies ist unbedingt notwendig, um unsere eigenen Grenzen zu erfahren.

Das ständige Erfahren und Austesten der eigenen Fähigkeiten und Grenzen lässt uns wachsen und diese immer mehr erweitern.

Es geht dabei weit mehr als um einen körperlichen Trainingseffekt. Durch das Austesten lernen wir erst, wozu wir überhaupt imstande sind. Außerdem entwickeln wir so ein Mindset, nicht gleich bei den ersten Schwierigkeiten und Hindernissen aufzugeben, sondern diese zu überwinden und neue Weiten zu erschließen.

 

4. DU LERNT, VERANTWORTUNG ZU ÜBERNEHMEN

 

Wenn ein falsches Abbiegen an einer Gabelung einen Umweg von 3 Stunden bedeutet, sollten Entscheidungen nicht völlig achtlos getroffen werden. Die Konsequenzen für das eigene Handeln und die eigenen Entscheidungen sind Outdoor unmittelbar erfahrbar und oft von großer Bedeutung. In einer Welt, in der wir jederzeit mit Wasser, Lebensmitteln, Schutz vor Witterung, Medikamenten und allem Lebensnotwenigem versorgt sind, ist uns die Abhängigkeit und Bedeutung von vielem gar nicht bewusst.

Doch wenn wir uns auf einer Trekkingtour keine Gedanken darüber machen, ob wir noch genügend Wasser haben oder wie wir dazu kommen, bekommen wir sehr schnell ein Problem. Möglicherweise müssen wir genau überlegen, wie wir unsere Essenration einteilen. Dadurch sind wir gezwungen, Verantwortung für die eigenen Taten und Entscheidungen zu übernehmen.

 

5. DU LERNST, BESSERE ENTSCHEIDUNGEN ZU TREFFEN

 

An Orten, an denen das eigene Verhalten unmittelbar Konsequenzen nach sich zieht, lernen wir schnell, bessere Entscheidungen zu treffen.

Es fängt schon bei der Planung der Outdoor-Reise an. Wenn wir unser ganzes Gepäck täglich selber tragen müssen, überlegen wir uns spätestens bei der zweiten Reise, was wirklich wichtig und was nur unnötiger Ballast ist.

Oft können wir es uns auch nicht leisten, ewig über eine Entscheidung zu diskutieren. Wenn es in Strömen regnet, die Wege minütlich immer mehr aufweichen und das Wetter immer schlechter wird, müssen Entscheidungen über den richtigen Weg schnell getroffen werden. Dann heißt es, Optionen abwägen, Prioritäten setzen und auch mal die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen.

Dadurch lernen wir nicht nur schnell Entscheidungen zu treffen, die das Wohlergehen jedes Einzelnen berücksichtigen. Es wird uns auch bewusst, wie unwichtig oder banal viele Entscheidungen im Alltag eigentlich sind.

 

6. DU LERNST, LÖSUNGSORIENTIERT ZU DENKEN

 

Der Tag nähert sich dem Ende, die Sonne geht langsam unter und es wird langsam aber sicher immer kühler. Du sitzt immer noch auf dem Rad und fährst durch eine Landschaft voller Felder, die vom ganzen Regen einer Sumpflandschaft gleichen. Weit und breit ist kein geeigneter Platz für dein Zelt ausfindig zu machen. Deine Konzentration nimmt immer mehr ab und du bist von den Strapazen des Tages schon völlig ausgepowert. Zu spät bemerkst du das Schlagloch und plötzlich hörst du, wie von hinten ein knatterndes Geräusch kommt. Schon mit schlechter Vorahnung entdeckst du, dass dein Gepäckträger der Last nicht mehr standgehalten hat. An ein Weiterfahren ist so nicht mehr zu denken.

Glaube mir, an dieser Stelle überlegst du dir sehr gut, was du nun tust. Alles Jammern dieser Welt wird dir in dieser Situation nicht helfen. Und du kannst dich mit deinen Begleitern auch noch so lange darüber streiten, warum keiner ein passendes Werkzeug zur Reparatur mitgenommen hat.

Das wunderbare an solchen Situationen ist, auch wenn sie alles andere als angenehm sind, weißt du, dass du eine Lösung finden musst. Also anstatt sich ewig Gedanken über das Problem zu machen, fängst du an, lösungsorientiert zu denken. Du fängst an, kreativ zu werden und mit dem zu arbeiten, was du hast.

Selbstverständlich begeben sich die wenigsten nur aus den genannten Gründen auf ein Outdoor-Abenteuer. Es ist auch nicht so, dass man viele Dinge nicht unter anderem Umständen lernen könnte.

Und wer kein Spaß dabei hat und sich nicht darauf einlassen kann, wird vermutlich auch deutlich weniger mitnehmen als andere. Dennoch sind Outdoor-Aktivitäten für mich deutlich mehr als nur reine Freizeitaktivitäten und jeder kann in der ein oder anderen Weise von ihnen profitieren. Also worauf wartest du? Stürzt dich in dein Abenteuer!