Sei offen. Für Neues und Altes.

Inzwischen war ich schon einige Male in der Sächsischen Schweiz. In der unmittelbaren Nähe von Berlin gibt es einfach nicht so viel, was sich irgendwie auch nur Hügel nennen sollte. Die Landschaft ist schön und eine tolle Abwechslung vom flachen Gelände in Brandenburg. Perfekt geeignet für leichtere Tagesausflüge.

Von Berlin ist die Entfernung nicht zu groß. Daher ging es die letzten Jahre meisten mehrmals dorthin.

Man könnte jetzt schnell meinen, dass es doch langweilig wird, immer wieder an den gleichen Ort zu gehen. Viele suchen ständig Neues. Unbekanntes.

Doch mir geht es gar nicht so. Nicht, dass ich nicht auch Neues und Unbekanntes entdecken möchte. Doch zum einen ist der Nationalpark der Sächsischen Schweiz doch gar nicht so klein, sodass es immer noch jede Menge Orte gibt, die ich noch nicht gesehen habe.

Andererseits finde ich es fantastisch, denselben Ort zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder zu sehen. Einer meiner Lieblingsorte in der Sächsischen Schweiz ist der Carolafelsen. Jedes Mal, wenn ich jetzt dort hinkomme, ist es ein Wieder-zurückkommen. Kein Heimkommen. Aber ein ähnliches Gefühl? Es ist interessant zu sehen, wie wenig sich der Ort verändert hat. Wie komplett anders der Ort zu einer anderen Jahreszeit aussieht.

Jedes Mal frage ich mich dann, wie sehr habe ich mich verändert? Ist es immer noch dieselbe Person, die letztes Mal hierhergekommen ist? Ich weiß nicht genau. Natürlich bin ich mehr oder weniger noch dieselbe Person. Doch ich habe mich seitdem auch stark verändert. Ich habe gelernt und mich entwickelt. An einem Ort wie diesen kann ich mir dies jedes Mal erneut besonders bewusst werden.

Bei näherer Betrachtung fallen mir dann irgendwann Details auf, die mir bisher noch nicht aufgefallen sind. Ich bemerke Dinge, die zuvor unentdeckt geblieben sind. Wieder einmal zeigt es mir, wie subjektiv wir die Welt wahrnehmen. Wie wir immer nur einen Teil der ‘Realität’ wahrnehmen und meinen dann auch noch, sie sei so, wie wir sie wahrnehmen.

Ich will ganz und gar kein Plädoyer dafür abgeben, dass man nur noch zu bekannten Orten gehen sollte. Unbekanntes zu entdecken, hat einen unglaublichen eigenen Reiz und kann einen in ganz anderer Hinsicht weiterbringen. Doch ich finde, wir denken zu oft: “Ach da war ich doch schon”. Gerade dies birgt neue und andere Möglichkeiten. Also sei offen. Für Neues sowie Altes.

Ab raus in die Natur

Ich habe schon vor langer Zeit kleine Wochenendausflüge zu schätzen gelernt. Einfach mal weg. Am besten irgendwo in die Natur.
Ein kleiner Miniurlaub, in dem man abschalten kann und aus dem Alltagstrott herauskommt.

Aber auch eine Möglichkeit, mal gemeinsam mit anderen etwas zu unternehmen. So waren wir über die Jahre schon öfters als Familie – mit meiner Schwester und meinen Eltern – unterwegs. Schon seit Längerem haben wir einen kleinen Ausflug geplant, aber irgendwie nie einen Termin gefunden.

Irgendwie waren immer alle zu beschäftigt. Zu viel zu tun. Dabei ist es so unglaublich wichtig, sich Zeit für sich selber und auch für andere zu nehmen. Darin bin ich absolut gar nicht gut. Zeit für mich selber zu nehmen, fällt mir leicht. Es ist einfach ein innerer Drang in mir, der hochkommt, sobald alles zu viel wird. Ich kann dann gar nicht anders. Sich dann auch noch genügend Zeit für andere zu nehmen, kommt dann schnell zu kurz.

Aber eigentlich ging es mir darum, dass man einfach mal raus kommen sollte. Nicht immer in der gewohnten Umgebung zu bleiben. Und wenn es einfach mal nur ein Tagesausflug in einen Wald ist. Und ich fühle schon, wie einige sich jetzt denken, dass das gar nichts für sie ist. Ich spreche ja auch nicht davon, einen kompletten Outdoor-Urlaub zu nehmen. Sondern einfach in die Natur zu gehen und sich besinnen. Zur Ruhe kommen.

Ach eigentlich wollte ich ja kurz schreiben, was wir heute gemacht haben. Naja dann vielleicht morgen. Jetzt gibts erstmal Essen.

Aber ich kann es dir nur ans Herz legen. Geh mal raus. Spazieren. Und wenn es nur in den Park ist. Ja es ist Winter und kalt. Warm anziehen und dann geht es los. Handy möglichst Zuhause lassen und dann einfach nur beobachten. Was um dich herum so passiert. Was in dir so alles passiert. Wer weiß, was du alles entdecken könntest.

So unglaublich hilfreich. Zumindest manchmal.

Wir versuchen es so sehr. Ständig und unaufhörlich versuchen wir, alles um uns herum zu verstehen und zu erklären.

Ich meine nicht jede Theorie zu sonst etwas. Sondern unsere Umgebung. Vor allem unsere Mitmenschen.

Ständig schaffen wir uns Modelle. Versuchen zu wissen, was sie gerade denken und fühlen.

Und in vielen Fällen ist dies auch extrem hilfreich und nützlich. Die Fähigkeit zur Empathie hat uns sicherlich einen wesentlichen Schritt in unserer Evolution vorangebracht.

Doch in vielen Fällen kann das ganze Unterfangen auch zu Missverständnissen und Komplikationen führen. Wenn wir einfach davon ausgehen, dass wir genau wissen, was bei dem anderen gerade abgeht. Wenn wir meinen – ja sogar den Anspruch haben – wir wüssten, warum der andere so und so agiert.

Doch dies ist nur eine der vielen Illusionen, denen wir ständig erliegen. Auch wenn es gelegentlich gut klappt. Wir uns erfolgreich in jemanden hineinversetzen. Unserem Gegenüber so geben können, was er vielleicht gerade braucht. Zuneigung. Trost. Unterstützung.

Genauso oft interpretieren wir etwas völlig falsch. Tun unserem Gegenüber Unrecht. Verletzen uns damit selber unter Umständen. Ganz unnötigerweise.

Letztendlich – wie alles in der Welt – haben wir keine Ahnung von unserer Umgebung. Wir nehmen unsere Umgebung wahr. Erstellen uns Modelle. Probieren, die Welt zu erklären.

Doch wir sollten nicht den Fehler machen, zu denken, dass dies der Wirklichkeit entspricht! Es ist unsere kleine eingeschränkte Wahrnehmung. Stark abhängig von dem, was wir bereits erfahren haben.

Wollen wir wissen, was wirklich bei unserem Gegenüber los ist. Wie er sich gerade fühlt. Was er gerade denkt. Dann sollten wir auch ein Altbewährtes, teilweise zu wenig benutztes Tool zurückgreifen. Kommunikation. Einfach mal miteinander reden.

Eigentlich gar nicht so schwer. Aber so unglaublich wichtig.

So haben wir zumindest die Möglichkeit, einen Einblick in die subjektive Welt unseres Gegenüber zu bekommen.

Ich gehe.

Es steht jetzt endgültig fest.

 

Eigentlich ist es ja schon seit einiger Zeit beschlossene Sache. Ich gehe.

 

Ich verlasse meinen kleinen safe place rundum Berlin. Diesmal nicht nur für einen kleinen Urlaub. Diesmal will ich nicht nur Reisen, sondern Leben. In Kanada.

 

Man kann sicherlich nicht sagen, dass ich wenig rumgereist bin. Viele Male war ich bereits in Asien und auch anderen Weltgegenden dieser Welt. Doch erst letztes Jahr im März war ich dann das erste Mal für einen Monat weg.

Einen ganzen Monat bin ich mit meiner Schwester auf den Azoren rum gewandert. Im Herbst ging es dann erneut einen Monat nach Island.

Jetzt also Kanada. Wahrscheinlich für 12 Monate. Oder auch länger?

 

Die Entscheidung habe ich mit meiner Freundin schon vor längerer Zeit getroffen. Doch erst jetzt realisiere so langsam, was dies wirklich für mich bedeutet.

Ich kann kaum beschreiben, welche Gefühle dabei in mir aufkommen. Keine Angst. Aber auch keine riesige Vorfreude. Klar freue ich mich darauf. Ich denke, es wird das Beste, was ich bisher erlebt habe. Am ehesten trifft es wahrscheinlich Respekt. Respekt vor dem, was vor mir liegt. All die Veränderungen, die ich durchmachen werde.

 

Am meisten freue ich mich gerade, möglichst viel hier in Deutschland zurückzulassen. All die Verpflichtungen und Erwartungen. Dabei ist mir bewusst, dass die meisten alleine von mir erzeugt werden. Doch irgendwie habe ich ständig das Gefühl, nicht richtig ich sein zu können. Nicht genügend Raum zu haben, um mich ausleben zu können.

Es ist schon eine komische Welt. Man könnte meinen, ich habe hier alles, was ich brauche. Und doch zieht es mich weit weg von hier. An einen Ort, an dem es in meiner Vorstellung anders sein wird.

 

Doch ist es wirklich der Ort? Ist es nicht irgendwie meine Einstellung zu meiner Umgebung und meinem Leben? Ich weiß nicht. Aber ich werde es herausfinden.

(K)ein Jahresrückblick

2017.

 

Wieder ein Jahr rum.

Wieder ein einmal so schnell.

Dabei meine ich es nicht, wie man es so oft zu hören bekommt: “Die Zeit vergeht so verdammt schnell!” Gar nicht. Dieses … ähm letztes Jahr ist einfach so verdammt viel passiert.

 

Ich weiß noch genau, wie ich mich im Anfang März mit meiner Schwester auf den Weg zum Flughafen gemacht habe. Jeweils mit einem großen Wanderrucksack bepackt, haben wir uns für einen Monat auf die Azoren aufgemacht. Die erste Reise überhaupt mit meiner Schwester alleine. Die längste Zeit, die ich jemals unterwegs war.

 

Vor allem habe ich eins bei dieser Reise gelernt: Du weißt niemals, wie sich etwas entwickelt und wie etwas ist, bevor du es tust. Selbst deine Meinung, Einstellung und du selber verändern sich in Maßen, die du vorher nur schlecht vorhersehen kannst.

 

Anfang Mai habe ich dann dieses kleine Projekt hier – meinen Blog – gestartet.

 

Bin ich gerade dabei, einen mini Jahresrückblick zu schreiben? Schaut so aus. Ich dachte mir, ich nehme einen kleinen Fleck meiner Seite – Simons Welt – nur für mich und schreibe dort meine Gedanken auf. Was mich bewegt, durch den Kopf geht und ich gerade so mache. Whatever.

 

Anfang Mai ging mein Blog, meine Website online. Seitdem habe ich mehr oder weniger regelmäßig Blogartikel veröffentlicht. Doch so wirklich eine Gestalt – was das alles hier genau ist – hat es noch nicht. Genau wie ich bin ich momentan kontinuierlich im Wandel. Ständig dabei sich zu verändern und herauszufinden, wer ich eigentlich sein will. Was ich machen will.

 

Nicht ganz unschuldig dabei ist sicherlich auch meine Freundin Jasmin, die ich Anfang Mai kennengelernt habe. So stellt einen jede Beziehung immer wieder vor Herausforderungen und gibt einem die Chance – sofern man sich darauf einlässt -, selber zu wachsen und sich zu verändern.

 

Mit Jasmin ging es dann im August auch gleich für einen Monat nach Island. Wieder mit dem Zelt und ohne genauen Plan, was wir unternehmen. Wieder – nicht wirklich verwunderlich – hat die Reise so viel mit mir getan. Mir so viel gegeben.

 

Da fällt mir ein, im Januar war ich ja auch noch mit einem Freund in Venedig. Und meinen Podcast habe ich ja auch noch – relativ spontan – vor 2 Wochen begonnen. Aber ich will gar nicht mehr so viel über das vergangene Jahr – 2016 – nachdenken.

Viel mehr steht ein neues Jahr – 2017 – an. Und auch wenn es letztendlich nichts anderes ist, als eine andere Ziffer ganz am Ende des Datums. Nichts weiter als nur ein weiterer Wechsel von einem Tag zum nächsten. So wie an den restlichen 364 Tage. Und doch ist es ein guter Anlass kurz innezuhalten. Alles in sich aufzunehmen. Vieles abzugeben. Im alten Jahr zu lassen. Und voller Kraft und Freude ins neue Jahr zu starten.

 

Aber erst mal gehts um die wichtigen Dinge: Ich habe Hunger.

Ach ja. Frohes Neues!

Outdoor, Abenteuer und Reisen – 6 Gründe warum du selber Outdoor-Reisen machen solltest

Wenn ich von Outdoor-Reisen spreche, denkt der ein oder andere sofort an anstrengende Wanderungen, schwere Rucksäcke, schlechtes Essen, stechende Mücken, keine Toilette oder tagelang nur Regen.

Sicherlich kann all das passieren, – wird es vermutlich sogar – aber es gibt so viel mehr, was solch eine Reise ausmacht.

Ich möchte dir einige Gründe nennen, warum es lohnt, aktiv zu werden, deinen Rucksack zu schnappen und die Trekkingtour zu starten oder endlich die Radtour zu machen. Stürzte dich ins Abenteuer und gehe Outdoor.
 

6 GRÜNDE FÜR MEHR OUTDOOR-AKTIVITÄTEN

 

1. OUTDOOR-REISEN LASSEN DEINE ALLTÄGLICHEN PROBLEME UNWICHTIG WIRKEN

 

Wenn Wasser und Essen nicht jederzeit und im Übermaß verfügbar sind, werden wir schnell gezwungen, neu zu überlegen, was wir wirklich brauchen. Sich darum kümmern zu müssen, dass die eigenen Grundbedürfnisse gestillt werden, bringt uns in eine völlig neue Perspektive. Die notwendige Beschaffung von solch Essentiellem wie Essen, Trinken, Schutz usw. zeigt uns, wie wenig wir eigentlich wirklich brauchen.

Aus dem Erfahren und der Beschäftigung mit solch grundlegenden Themen erwächst eine ungemeine innere Ruhe. Auf einmal verblassen all die “großen” Probleme des Alltags und ihre Prioritäten verlieren immer mehr an Bedeutung. Dies hat zur Folge, dass sich der ganze Stress und Druck fast von alleine in Nichts auflöst.

 

2. DU LERNST DICH SELBER KENNEN

 

Wenn wir uns erst einmal richtig auf das Outdoor-Erlebnis eingelassen haben, zwingt einen die Reduktion auf das Wesentliche, sich mit uns selber zu beschäftigen. Auf einmal gibt es keine Ablenkung in Form von Social Media, Fernsehen, Nachrichten, das tolle Auto vom Nachbarn oder der neue Freund irgendeiner Freundin.

Wenn wir uns nicht mehr mit Themen eines “modernen” Lifestyles beschäftigen, geht es auf einmal um Erleben und Sein. Wir erleben, wie wir wirklich sind, wenn es nun nicht mehr viel gibt, was uns von uns selber ablenken könnte. Sobald wir uns darauf einlassen, müssen wir uns auf einmal selber aushalten.

Wir werden gezwungen, sich mit uns selbst und dem eigenen Leben zu beschäftigen. Wenn wir immer mehr aus der eigenen Komfortzone hinausgehen, stellen wir uns plötzlich Fragen wie: “Will ich das?” und “Was will ich überhaupt?”

Aus der Beschäftigung mit uns selbst erwächst dann ein enormes Selbstbewusstsein und der ein oder andere entdeckt eventuell ganz neue Seiten an sich.

 

3. DU LERNST DEINE EIGENEN GRENZEN KENNEN UND ÜBERSCHREITEST DIESE

 

Es heißt nicht umsonst, dass der Mensch am Widerstand wächst.

Wenn wir nicht ständig aufhören können, sobald wir keine Lust mehr haben, weil es z.B. noch 1 Stunde bis zur nächsten Hütte oder der nächsten möglichen Schlafmöglichkeit ist, verlassen wir sehr schnell die eigene Komfortzone. Doch dies ist unbedingt notwendig, um unsere eigenen Grenzen zu erfahren.

Das ständige Erfahren und Austesten der eigenen Fähigkeiten und Grenzen lässt uns wachsen und diese immer mehr erweitern.

Es geht dabei weit mehr als um einen körperlichen Trainingseffekt. Durch das Austesten lernen wir erst, wozu wir überhaupt imstande sind. Außerdem entwickeln wir so ein Mindset, nicht gleich bei den ersten Schwierigkeiten und Hindernissen aufzugeben, sondern diese zu überwinden und neue Weiten zu erschließen.

 

4. DU LERNT, VERANTWORTUNG ZU ÜBERNEHMEN

 

Wenn ein falsches Abbiegen an einer Gabelung einen Umweg von 3 Stunden bedeutet, sollten Entscheidungen nicht völlig achtlos getroffen werden. Die Konsequenzen für das eigene Handeln und die eigenen Entscheidungen sind Outdoor unmittelbar erfahrbar und oft von großer Bedeutung. In einer Welt, in der wir jederzeit mit Wasser, Lebensmitteln, Schutz vor Witterung, Medikamenten und allem Lebensnotwenigem versorgt sind, ist uns die Abhängigkeit und Bedeutung von vielem gar nicht bewusst.

Doch wenn wir uns auf einer Trekkingtour keine Gedanken darüber machen, ob wir noch genügend Wasser haben oder wie wir dazu kommen, bekommen wir sehr schnell ein Problem. Möglicherweise müssen wir genau überlegen, wie wir unsere Essenration einteilen. Dadurch sind wir gezwungen, Verantwortung für die eigenen Taten und Entscheidungen zu übernehmen.

 

5. DU LERNST, BESSERE ENTSCHEIDUNGEN ZU TREFFEN

 

An Orten, an denen das eigene Verhalten unmittelbar Konsequenzen nach sich zieht, lernen wir schnell, bessere Entscheidungen zu treffen.

Es fängt schon bei der Planung der Outdoor-Reise an. Wenn wir unser ganzes Gepäck täglich selber tragen müssen, überlegen wir uns spätestens bei der zweiten Reise, was wirklich wichtig und was nur unnötiger Ballast ist.

Oft können wir es uns auch nicht leisten, ewig über eine Entscheidung zu diskutieren. Wenn es in Strömen regnet, die Wege minütlich immer mehr aufweichen und das Wetter immer schlechter wird, müssen Entscheidungen über den richtigen Weg schnell getroffen werden. Dann heißt es, Optionen abwägen, Prioritäten setzen und auch mal die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen.

Dadurch lernen wir nicht nur schnell Entscheidungen zu treffen, die das Wohlergehen jedes Einzelnen berücksichtigen. Es wird uns auch bewusst, wie unwichtig oder banal viele Entscheidungen im Alltag eigentlich sind.

 

6. DU LERNST, LÖSUNGSORIENTIERT ZU DENKEN

 

Der Tag nähert sich dem Ende, die Sonne geht langsam unter und es wird langsam aber sicher immer kühler. Du sitzt immer noch auf dem Rad und fährst durch eine Landschaft voller Felder, die vom ganzen Regen einer Sumpflandschaft gleichen. Weit und breit ist kein geeigneter Platz für dein Zelt ausfindig zu machen. Deine Konzentration nimmt immer mehr ab und du bist von den Strapazen des Tages schon völlig ausgepowert. Zu spät bemerkst du das Schlagloch und plötzlich hörst du, wie von hinten ein knatterndes Geräusch kommt. Schon mit schlechter Vorahnung entdeckst du, dass dein Gepäckträger der Last nicht mehr standgehalten hat. An ein Weiterfahren ist so nicht mehr zu denken.

Glaube mir, an dieser Stelle überlegst du dir sehr gut, was du nun tust. Alles Jammern dieser Welt wird dir in dieser Situation nicht helfen. Und du kannst dich mit deinen Begleitern auch noch so lange darüber streiten, warum keiner ein passendes Werkzeug zur Reparatur mitgenommen hat.

Das wunderbare an solchen Situationen ist, auch wenn sie alles andere als angenehm sind, weißt du, dass du eine Lösung finden musst. Also anstatt sich ewig Gedanken über das Problem zu machen, fängst du an, lösungsorientiert zu denken. Du fängst an, kreativ zu werden und mit dem zu arbeiten, was du hast.

Selbstverständlich begeben sich die wenigsten nur aus den genannten Gründen auf ein Outdoor-Abenteuer. Es ist auch nicht so, dass man viele Dinge nicht unter anderem Umständen lernen könnte.

Und wer kein Spaß dabei hat und sich nicht darauf einlassen kann, wird vermutlich auch deutlich weniger mitnehmen als andere. Dennoch sind Outdoor-Aktivitäten für mich deutlich mehr als nur reine Freizeitaktivitäten und jeder kann in der ein oder anderen Weise von ihnen profitieren. Also worauf wartest du? Stürzt dich in dein Abenteuer!

Die Vereinbarung von Reisen mit einem gesunden Leben

Es gibt diesen einen Zwiespalt, der mir momentan einfach keine Ruhe lässt.

Früher habe ich mich stets gefragt, was ich im Leben eigentlich will. Inzwischen habe ich einige Punkte für mich gefunden. Doch die Vereinbarung von zwei dieser Punkte bereitet mir wirklich Schwierigkeiten.

  1. Nicht sonderlich überraschend: Ich möchte einen gesunden Lebensstil führen. Regelmäßiges Training, eine gesunde Ernährung, ausreichend An- und Entspannung sowie erfüllte soziale Beziehungen. Schon seit Langem merke ich, wie mir regelmäßiges Training und eine gute Ernährung gut tun und ich möchte sie nicht mehr missen.
  2. Außerdem möchte ich mehr erleben. Das Wort Leben ist nicht umsonst in Erleben enthalten. Ich möchte meinen Horizont erweitern, neue Erfahrungen machen, Lernen und mich entwickeln. Im Prinzip ist dies immer und überall möglich. Doch vor allem beim Reisen gelingt es mir so gut wie sonst nie. Ständig mit neuen Situationen konfrontiert zu werden und ohne Ablenkung sich und die Natur zu erleben, eröffnen einem völlig neue Perspektiven über die Welt und einem Selbst.

 

ICH DENKE, ICH WEISS ZIEMLICH GENAU, WAS ICH WILL. ALSO WO IST DAS PROBLEM

Es ist für mich relativ einfach, im Alltag etwas für meine Gesundheit zu machen. Jeden Morgen zur gleichen Zeit aufstehen, einen Smoothie trinken, meditieren, trainieren und anschließend einen weiteren Smoothie trinken. Ich liebe Routinen. Gerne kann jeder Tag so beginnen. In einem kontrollierten Umfeld ist es für mich einfach, diese Sachen umzusetzen. Ist etwas erst einmal zur Gewohnheit geworden, macht man es ohne jedes Mal zu überlegen, wie man sich gerade fühlt oder ob man überhaupt Lust hat. Jetzt wird trainiert. Punkt. Und dann trainiert man. Mir fällt es besonders leicht, da ich Routinen, Gewohnheiten und Sicherheiten mag. So ticke ich einfach.

Aber: Macht mich das wirklich glücklich?

Ich ziehe eine unglaubliche Zufriedenheit aus solchen Routinen. Doch tief im Inneren weiß ich, dass ich meine Komfortzone verlassen muss… Auch wenn oder vielleicht gerade weil es meiner Natur widerspricht, schreit etwas in mir nach völliger Freiheit. Freiheit von Regeln, Verpflichtungen und der Gewissheit, wie der Tag enden wird.

Die stetige Konfrontation mit Ungewissen zwingt einen dazu, feste Denkstrukturen zu hinterfragen.

So gut ich auch darin bin, mein Vorhaben im geregelten Alltag umzusetzen, sobald ich auf Reisen bin, bricht mein System schlagartig zusammen. Ich habe immer viele Sachen dafür verantwortlich gemacht: ich war ständig unterwegs und hatte keine Zeit, das Wetter war schlecht, wenn ich jeden Tag mehrere Stunden Fahrrad fahre, müsse ich nicht auch noch Krafttraining machen, ich hatte einfach nicht das nötige Equipment zur Verführung, ich habe einfach keine gesunden Lebensmittel zur Verfügung usw.

Letztendlich sind es mehr oder weniger Ausreden. Wenn ich wirklich etwas hätte machen wollen, hätte ich auch etwas machen können.

Mein Problem ist nicht die Motivation. Ich denke, mein Problem liegt woanders: mein Anspruch.

Ich habe einen gewissen Anspruch an mich, mein Training, wie ich mich ernähre usw. Wenn ich verreist bin, hatte ich den gleichen Anspruch an diese Dinge. Dabei ist es klar, dass ich unterwegs nicht genauso gut trainieren kann. Ich kann einfach die Regelmäßigkeit nicht sicherstellen und auch habe ich eigentlich nie mein bevorzugtes Equipment zu Verfügung. Und auch mit der Ernährung wird es schwierig. Wenn ich 2 Wochen in Norwegen wandern gehe, kann ich nicht für die gesamte Zeit frisches Obst und Gemüse mitnehmen.

Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht: “Ja dann ist das halt mal nicht möglich und man muss mal einen Kompromiss eingehen. Was ist daran so schlimm?”

Schlimm ist daran nichts. Es geht mir nicht darum, dogmatisch an irgendetwas festzuhalten. Viel mehr merke ich einfach sehr deutlich den Unterschied, wenn ich mich anders verhalte. Mir geht es um mein Körpergefühl.

Nach fast einem Monat Wandern auf den Azoren Anfang des Jahres habe ich mich körperlich so schlecht wie noch nie gefühlt. Mir ging es nicht wirklich schlecht und ich vergleiche es auch nicht damit, wenn ich mal krank war. Aber mein körperliches Grundbefinden war einfach nicht gut. Ich habe in der gesamten Zeit so gut wie gar nicht trainiert und meine Ernährung war auch alles andere als beispielhaft. Nach diesem Monat hatte ich geschlussfolgert, dass längeres Reisen einfach nichts für mich ist bzw. ich es nicht mit meinen Zielen vereinbaren kann. Längere Zeit in irgendwelchen Resorts oder Unterkünften zu verbringen, war für mich auch nie eine Option.

Hinzu kommt noch, dass ich dadurch auch nie wirklich völlig aufs Reisen einlassen konnte. Zurück blieb immer ein Gefühl der Unzufriedenheit.

Es sind noch keine 3 Monate vergangen und ich hege schon wieder Reisepläne. Immer mit dem unguten Gefühl, dass es nächstes Mal nicht viel anders wird. Doch es muss eine Lösung für mein Problem geben. Ich habe es mir jetzt als Herausforderung gemacht, für mich das Reisen und einen gesunden Lebensstil zu vereinbaren.

Bevor du das nächste Mal auf Reisen gehst, frag dich: Wie kannst du deine Reise mit einem gesunden Lebensstil vereinbaren.

MEIN 1. BLOGPOST

Endlich ist es so weit: Mein erster Blogeintrag. Und schon überkommen mich die ersten Zweifel, ob ich weiß, worauf ich mich hier einlasse. Bin ich bereit und fähig, regelmäßig neue Inhalte zu erstellen?! Wir werden sehen.

 

Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.KONFUZIUS

 

Doch warum fange ich überhaupt an, einen Blog zu schreiben? Ich habe nie Blogs von anderen Leuten gelesen und Schreiben ist auch nicht mein geheimes Hobby, mit dem ich mich jeden Abend im Halbdunkeln verwirkliche. Ich war noch nie jemand, der wirklich gerne geschrieben hat. In der Schule habe ich mich immer kurz und knapp gehalten. Das hatte den Vorteil, dass ich nie lange gebraucht habe, um alle Wörter zu zählen. Selbst Lesen war nie wirklich eine Leidenschaft von mir. Eher Mittel zum Zweck, um an Informationen zu kommen. Und in der Uni hat sich das auch nicht geändert.

 

Und doch sitze ich jetzt hier und schreibe…

 

Schon seit längerem beschäftigt mich der Gedanke, etwas Eigenes zu kreieren. Etwas, über dessen Inhalt ich komplett selber bestimmen kann. Selbstverständlich soll es dabei nicht um irgendetwas gehen, sondern um etwas, für das ich brenne und mich täglich neu begeistern kann. Jeder, der mich ein bisschen kennt, wird kein bisschen überrascht sein, dass ich über Themen der Gesundheit schreiben möchte. Zu sehr sind die Themen Bestandteil meines Lebens. Zu oft erlebe ich, das Menschen damit auf dem Kriegsfuß stehen. Zu oft erzählen mir Menschen, was sie gerne alles ändern wollen, ohne es in die Tat umzusetzen. Zu oft ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich eigentlich viel mehr über die verschiedensten Themen wissen möchte.

 

Denn dieser Blog — und alles, was daraus entstehen wird — ist vor allem für mich. Ich will mehr lernen. Ich will gesünder leben. Ich will leistungsfähiger werden. Ich will aber auch helfen und geben, mein Wissen teilen und andere an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

 

Es ist ein komisches Gefühl. Ich habe mich nun schon viele Jahre mit den Themen rund um Gesundheit und Leistungsfähigkeit auseinander gesetzt, habe viele Trainer-Lizenzen erworben und habe Gesundheitsmanagement studiert. Trotzdem fühlt es sich so an, als würde meine Reise erst beginnen. Es ist ein schönes und aufregendes Gefühl. Ich bin bereit, mein Leben zu verändern. Und du?

 

Bevor ich thematisch einsteige, möchte ich noch kurz erläutern, wie ich mir das Ganze hier so vorstelle. Und nein, ich bin noch nicht so weit, dass ich nicht mehr weiß, was ich schreiben soll und mir deswegen einfach irgendetwas zusammenreimen muss.

 

Da ich keinerlei Erfahrung mit Blogs habe, kann ich jetzt schon versprechen, dass sich anfangs einiges verändern wird.

 

Mir ist bewusst, dass es schon unzählige Seiten zum Thema Gesundheit und Co. gibt. Eine Seite mehr ist dabei nicht unbedingt hilfreich. Das nötige Wissen ist schon da draußen! Und trotzdem ist der allgemeine Gesundheitszustand alles andere als zufriedenstellend. Ich denke, dass ich teilweise eine neue Sichtweise auf die Themen geben kann. Ansonsten bin ich nur eine Stimme mehr, die dafür appelliert, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Und wenn nur eine einzige Person ihr Verhalten durch mich verändert, hat es sich gelohnt.

 

Mein Ziel ist es, einen möglichst großen Mehrwert zu schaffen. Mir geht es nicht darum, möglichst viele Posts zu schreiben. Lieber deutlich weniger (das heißt nicht unbedingt längere) und dafür umso hilfreicher. Insgesamt will ich eine gute Mischung aus Theorie und praktische Tipps für die Umsetzung liefern.

 

Konstruktives Feedback ist immer gerne gesehen! Ich bestimmte zwar was und wie ich es schreibe, aber ich möchte mich mit euch (meine noch nicht existierende Leserschaft) austauschen und weiterentwickeln. Also sagt mir, was ihr gut findet und was ihr wie anders machen würdet. Und vor allem stellt Fragen!

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