Fokus

Du musst die Antwort nicht wissen

Beim Start musst du nicht die Antwort wissen. Es reicht, wenn du die richtigen Fragen stellst.

Wahrscheinlich ist es sogar so: Wenn du bereits anfangs die Antwort weißt, ist dein Ziel nicht groß genug. Beginne daher damit, die richtigen Fragen zu stellen. Simple Fragen, die nur darauf warten, beantwortet zu werden.

Wie kann ich gesünder Leben? Wie kann ich mehr Geld sparen? Wie kann ich ein besserer Partner sein? Wie kann ich täglich ausreichend schlafen? Wie kann ich mehr kreieren? Wie kann ich herausfinden, was ich wirklich in meinem Leben machen möchte?

Es fängt mit einer Frage an. Stell sie dir oft genug. Die Antwort wird dann schon kommen.

Kriterien für täglichen Fortschritt

Woran machst du Fortschritt fest? Woher weißt du, ob du in die richtige Richtung gehst? Ob du deinen Zielen wirklich näherkommst?

Es passiert so schnell, dass wir uns an ungünstigen Metriken orientieren. An Sachen, die nicht geeignet sind, um unseren Fortschritt wirklich zu messen. Wenn du an den falschen Sachen arbeitest, kommst du nicht voran. Dann kannst du auch noch so produktiv arbeiten. Also, woran solltest du deinen Fortschritt messen?

Schlechte Kriterien für täglichen Fortschritt:

  • Anzahl von erledigten Aufgaben
  • Anzahl von bearbeiteten E-Mails
  • Anzahl von besuchten Meetings
  • Anzahl der Personen, mit denen du gesprochen hast
  • Anzahl der Stunden, die du gearbeitet hast
  • Du warst den ganzen Tag beschäftigt

Gute Kriterien für täglichen Fortschritt:

  • Anzahl von veröffentlichten Artikeln, Videos usw.
  • Anzahl von Personen, denen du geholfen hast bzw. dessen Tag du besser gemacht hast
  • Anzahl der Dinge, die du an diesem Tag gelernt hast
  • Dauer, in der du Freude, tiefe Zufriedenheit oder Dankbarkeit verspürt hast
  • Du kannst am Ende des Tages mit »Ja« antworten, ob du deinem momentanen Ziel wirklich etwas nähergekommen bist
  • Du hast dich morgens gefragt, was das allerwichtigste an diesem Tag ist und hast dich darauf fokussiert

Viel zu oft orientieren wir uns an Sachen, die nicht viel aussagen. Die unwichtig sind. Meinen, dass es reicht, beschäftigt zu sein. Doch so werden wir unsere Ziele wahrscheinlich nicht erreichen. So machen wir keinen Fortschritt. Überlege dir daher gut, woran du deinen Fortschritt festmachst.

Ergebnisse vs. Prozess

Im Sport schauen wir in erster Linie nach dem Ergebnis. Wer hat das Spiel gewonnen? Wer hat mehr Punkte gemacht? Erst dann entscheiden wir, ob wir mit dem eigentlichen Spiel zufrieden sind. Im Business ist es oft genauso. Das Ergebnis zählt.

Doch wenn wir uns zum Beispiel die Wissenschaft anschauen, wird dort anders vorgegangen. Dort fokussieren sie sich auf den Prozess. Es geht darum, zu lernen und ein zuverlässiges Vorgehen zu entwickeln. Das ist erstmal unabhängig von den Ergebnissen. Natürlich sind ihnen die Ergebnisse nicht egal. Doch das Vorgehen steht an erster Stelle. Wichtiger als das Ergebnis selbst, ist der Prozess, der zu diesen Ergebnissen geführt hat.

Von dieser Herangehensweise können wir alle lernen. Wir können lernen, den Prozess an erster Stelle zu setzen. Wir können versuchen, Systeme zu bauen, die unsere gewünschten Ergebnisse liefern. Der wichtige Unterschied in derer Herangehensweise ist, dass wir uns auf die Sachen fokussieren, die wir beeinflussen können. Wir fokussieren uns darauf, unsere Systeme zu verbessern. Wenn wir nicht das gewünschte Resultat erhalten, suchen wir keine Entschuldigungen oder Schuldige. Stattdessen suchen wir nach Optimierungsmöglichkeiten im System.

Wie könnte sich das äußern? Statt zu fragen »Wie hat sich das Team geschlagen?«, können wir fragen »Hat sich das System bewährt und gemacht, was wir wollten?« Ergebnisse können als Orientierung dienen. Doch sie sollten nicht der oberste Maßstab sein. Wenn wir uns stark an Ergebnisse orientieren, versuchen wir schnelle Anpassungen am System vorzunehmen. Wir schauen, was wir ändern können, damit wir unsere gewünschten Ergebnisse erreichen. Doch das bringt uns begrenzt weit.

Wenn wir etwas wirklich voranbringen wollen, sollten wir uns immer auf den Prozess fokussieren. Wir sollten verstehen, was die zugrundeliegenden Prinzipien sind. Was ist die Strategie und warum genau diese, genau so? Welche Wirkungsmechanismen herrschen und welche Methoden sollten wir nutzen? Egal um welchen Bereich es geht: Wenn wir etwas wirklich gut machen wollen, können wir diese grundlegenden Betrachtungen nicht vernachlässigen. Im Gegenteil: Wir sollten sie in den Vordergrund stellen.

Als nächstes können wir schauen, wie wir unser System verbessern. Vielleicht haben wir beim 3. Versuch immer noch nicht viel bessere Ergebnisse. Vielleicht haben wir das Spiel wieder haushoch verloren. Vielleicht sind unsere Verkäufe immer noch nicht gestiegen. Doch vielleicht haben wir etwas gelernt. Vielleicht haben wir Vorgänge optimiert und es dauert einfach etwas, bis sich das in den Ergebnissen zeigt. Wenn wir nur schnell Resultate sehen wollen, vernachlässigen wir schnell diese wichtigen Schritte.

Also, egal was du tust: Sieh die Ergebnisse nicht als das Wichtigste an. Schau, wie gut das System ist. Wie du das System verbessern kannst. Wenn du dich auf den Prozess fokussierst, werden die gewünschten Ergebnisse irgendwann automatisch kommen.

Neue Ziele werden dir keine neue Ergebnisse liefern. Dein Lebensstil tut es. Und dein Lebensstil ist kein Ergebnis, es ist ein Prozess. Fokussiere dich daher auf deinen Lebensstil sowie deine Entwicklung und jage nicht immer besseren Zielen hinterher.

Handeln erfordert Priorisieren

Wenn du dich zwischen mehreren Optionen nicht entscheiden kannst, werde aktiv und handle. Überwinde dauerhaftes Analysieren.

Wenn du handelst, musst du zuvor einige Prioritäten gesetzt haben. Du kannst nicht alles gleichzeitig machen.

Wenn du nur eine Sache gleichzeitig tust, zwingst du dich, eine Priorität zu setzen. So erkennst du schnell, was dir am wichtigsten ist.

Wenn du dich nicht entscheiden kannst, stell dir vor, jemand hält dir eine Pistole an den Kopf und zwingt dich. Es ist unglaublich, wie schnell sich unsere Perspektive ändern kann. Auf einmal können wir ganz schnell eine Entscheidung treffen.

Wenn du nicht die richtige Entscheidung triffst, wird die Welt in den allermeisten Fällen nicht untergehen. Lerne und mache es das nächste Mal besser.

Was du mit 5 Minuten alles tun kannst

Wir alle haben chronisch zu wenig Zeit. Doch oft können 5 gute Minuten einen großen Unterschied machen. Hier einige Anregungen:

  • Journaling – kann deine Gedanken ordnen
  • Schreiben – kann der Anfang eines neuen Artikels oder Kapitels sein
  • Meditation – bringt innere Ruhe in dein Leben
  • Lesen – entwickelt dich weiter
  • Workout – hält dich fit (z.B. Liegestütz, Luftkniebeuge und Burpees)
  • Yoga – macht dich geschmeidig
  • Essen – Versorgt dich mit Energie

Mehr Zeit wäre sicherlich schön. Doch oft macht mehr Fokus schon einen riesigen Unterschied.

Die 2 einzig wichtigen Sachen, die es zu tun gilt

Es gibt nur 2 wirklich wichtige Sachen in unserem Leben:

  1. Herauszufinden, was für uns bedeutungsvoll ist
  2. Diese bedeutungsvollen Sachen machen

Alles andere ist praktisch unwichtig.

Wenn du nicht weißt, was für dich bedeutungsvoll ist, sollte dein Fokus darauf liegen, es herauszufinden. Erlange Klarheit darüber, was bedeutungsvoll für dich bedeutet. Welche Sachen für dich im Leben essentiell sind.

Wenn du weißt, was für dich bedeutungsvoll ist, fokussiere dich genau auf diese Sachen. Lass dich nicht von anderen Sachen ablenken. Vieles mag wichtig erscheinen und teilweise auch wichtig sein. Doch am Ende des Tages ist das allermeiste völlig unwichtig. Nur sehr sehr wenige Sachen sind wirklich von Bedeutung. Fokussiere dich genau auf diese essentiellen Sachen.

Lösungen für unsere Probleme finden

Wir sind ständig dabei, Probleme zu lösen. Immer wieder begegnen wir Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Doch zu oft bleiben wir an der Oberfläche.

Die wirklich wichtigen Lösungen sind jene, zu denen wir die Probleme nicht kennen. Oft sind wir viel zu beschäftigt, um sie zu erkennen. Wer ständig im Hamsterrad aktiv ist, sieht schnell das Hamsterrad nicht mehr.

Was wir brauchen, ist etwas Distanz. Eine Pause. Wir müssen gelegentlich mal aussteigen. So können wir uns besinnen, was uns wirklich wichtig ist. So können wir unsere wahren Herausforderungen identifizieren. Erst dann können wir Lösungen dafür finden.

Verbesserung durch Wegnehmen

Zu oft verfallen wir der Annahme, wir müssten etwas hinzufügen, um etwas zu verbessern. Doch häufig machen wir etwas erst wirklich großartig, wenn wir Dinge wegnehmen. Das gilt vor allem für unser eigenes Leben.

Statt uns ständig darauf zu fokussieren, was wir tun können und sollten, können wir uns darauf fokussieren, was wir nicht mehr tun wollen.

Man könnte das auch als eine negative Herangehensweise an das Leben bezeichnen. Tatsächlich ist daran jedoch nichts schlecht. Viel mehr ist es eine umgekehrte Herangehensweise zu der des Hinzufügens.

»Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.«
– Antoine de Saint-Exupéry

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