Gewohnheiten

Die schlechten Tage sind die wichtigsten

Es sind die Tage, an denen du dich nicht danach fühlst, die besonders wichtig sind. Wenn du nicht schreiben willst. Wenn dir nicht nach einem Workout ist. Wenn du deine Vorhaben über den Haufen werfen willst.

Wenn es dir gut geht und du motiviert bist, ist es einfach deine Ziele zu verfolgen. Diese Tagen bringen dich wahrscheinlich am meisten voran.

Doch es sind die schlechten Tage, an denen du deine Identität prägst und kräftigst. Diese Tage mögen dein Leben nicht transformieren und gleichzeitig sind sie ein essentieller Bestandteil davon.

Wie lange dauert es, eine Gewohnheit zu entwickeln?

28 Tage. 30 Tage. 66 Tage. Noch länger. Je nach Studie gibt es unterschiedliche Angaben. Keine ist korrekt. Wie könnten sie?

Es kann keine allgemeine Angabe geben. Je nach Situation und Person dauert es unterschiedlich lange, eine Gewohnheit zu entwickeln. Vielleicht ist Zeit auch gar keine gute Variable?

Statt uns an der Zeit zu orientieren, können wir uns auf Wiederholungen fokussieren. Dies gibt uns meist mehr Aufschlüsse über die Entwicklung einer Gewohnheit. Letztendlich macht es einen großen Unterschied, ob du etwas 1x pro Woche, 1x pro Tag oder sogar mehrmals pro Tag tust. Hier treffen wir auf die berühmten 100.000 Wiederholungen. So oft müssen wir etwas tun, um wirklich gut darin zu werden.

Doch auch das ist höchstens eine Orientierung. Wiederholungen alleine stellen nicht sicher, dass wir in etwas besser werden. Weiterhin muss so auch keine Gewohnheit entstehen.

Am Ende sind Sachen wie Kontext, Achtsamkeit, Motivation, Belohnung und ganz einfach wir als Menschen wichtige Faktoren. Und vielleicht, und nur vielleicht geht es sowieso nicht darum, möglichst schnell eine Gewohnheit zu entwickeln. Stattdessen sich in den Prozess zu verlieben und bedeutungsvolle Arbeit zu tun.

Systeme > Ziele

»Wir steigen nicht auf die Ebene von unseren Erwartungen. Wir fallen auf das Niveau unseres Trainings.«
– Archilochos

Wir steigen nicht auf die Ebene unserer Ziele. Wir fallen auf das Niveau unserer Systeme.

Unsere Ziele geben uns Orientierung. Sie spiegeln unsere gewünschten Ergebnisse wieder. Doch unsere Systeme sind es, die uns dahin bringen – und darüber hinaus. Unsere Gewohnheiten. Unsere täglichen Handlungen.

Eine Vision von der eigenen Zukunft zu haben, ist unglaublich wertvoll. Doch wir sollten und vermehrt auf unsere Systeme fokussieren, die uns dieser Vision näher bringen.

Was es braucht, um Gewohnheiten zu überwinden

Gewohnheiten sind eine der stärksten Kräfte in unserem Leben. Wir Menschen haben unzählige Gewohnheiten. Manche sind für uns förderlich. Andere sind es nicht.

Wenn wir ein Leben voller Erfüllung und nach unseren Wünschen leben wollen, ist es förderlich, die richtigen Gewohnheiten zu haben. Unsere Gewohnheiten beeinflussen, was wir tun, sagen, denken, glauben und am Ende wer wir sind. Die Kraft von Gewohnheiten auf unser Leben ist wohl kaum zu überschätzen.

Durch ihre große Kraft kann es auch unglaublich schwer sein, sie zu verändern. Jeder der versucht hat, eine unerwünschte Gewohnheit zu verändern, hat dies sehr wahrscheinlich selbst erfahren.

Wenn wir Gewohnheiten verändern wollen, ist es hilfreich, sich eine Sache bewusst zu machen: Die Kraft der Gewohnheiten funktioniert wie Gravitation. Sie wirkt, ohne dass wir Energie dafür aufbringen müssen. Wenn wir sie überwinden wollen, müssen wir erstmal sehr viel Energie aufbringen. Vor allem Anfangs ist sehr viel Energie nötig.

Beim Flug von der Erde zum Mond müssen in den ersten Dutzend Kilometern mehr Energie aufgewendet werden als in den restlichen gut 384000 km. Ähnliches gilt, wenn wir unsere Gewohnheiten verändern wollen. Anfangs mag es sehr schwer sein. Doch dann können wir uns leicht von ihnen „lösen“ – und neue aufnehmen.

Was würde den Tag erfolgreich machen?

Wie oft bist du am Abend schlafen gegangen und hattest das Gefühl, an diesem Tag nichts wirklich geschafft zu haben? Kein wirklich befriedigendes Gefühl.
Dabei liegt es oft gar nicht daran, dass wir nichts getan haben. Stattdessen tun wir an diesen Tagen oft nichts Bedeutungsvolles. Oder sind uns dessen einfach nicht gewusst.

Um dies zu verhindern, können wir uns jeden Morgen diese Frage stellen: Was würde den Tag erfolgreich machen?

Was müssten wir heute tun, damit wir abends das Gefühl haben, dass der Tag erfolgreich war? Welche eine kleine Sache würde dafür reichen?

Und dann tun wir genau das! Wenn wir kontinuierlich dran bleiben, machen wir so täglich einen kleinen Fortschritt. Doch nicht nur das. Zusätzlich haben wir auch jeden Tag das Gefühl, erfolgreich gewesen zu sein. Dieses Gefühl jeden Tag zu haben, ist unglaublich wertvoll. Es gibt uns Kraft, Energie und lässt uns noch größere Sachen schaffen.

Und selbst wenn wir einmal einen Tag gar nichts Bedeutungsvolles machen, ist das auch völlig in Ordnung. Schließlich wissen wir, dass wir an den vielen anderen Tag erfolgreich sind.

Indem wir uns täglich diese Frage stellen, hinterfragen wie auch ständig, was für uns Erfolg bedeutet. Wir fokussieren uns auf kleine, bedeutungsvolle Schritte. Wir bauen Momentum auf. Also, was würde deinen Tag heute erfolgreich machen?

Zeit als Multiplikator

Zeit ist weder dein Freund noch dein Feind. Der Zeit ist es egal, wie es dir geht oder was aus dir wird.

Doch Zeit ist alles andere als irrelevant. Und dir ist die Zeit sicherlich auch nicht egal. Je nachdem was du tust, kannst du die Zeit zu deinem Freund oder Feind machen.

Zeit vergrößert den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Für dich kann es sich anfühlen, als wäre die Zeit auf deiner Seite oder gegen dich. Wovon auch immer du mehr reinsteckst, davon bekommst du mehr raus.

Zeit ist die größte Kraft von Veränderung. Schlechte Gewohnheiten machen die Zeit zu deinem Feind. Gute Gewohnheiten machen die Zeit zu deinem Freund. Du entscheidest.

Scroll to Top