Kreativität

Der Creator und der Rest

Es gibt 2 verschiedene Typen von Menschen auf der Welt. Den Creator und alle anderen.

Beim Creator liegt der Fokus seines Lebens auf seiner Arbeit. Bei allen anderen liegt der Fokus auf allen anderen Sachen.

Der Creator kreiert. Gestaltet. Erschafft. Doch er ist kein Schöpfer. Viel eher ein Medium, das dem Höheren eine Form verleiht.

Ist es eine Entscheidung, wie du durch die Welt gehst? Wohl kaum. Der Creator hat keine Wahl. Es ist nichts, was er tut. Stattdessen passiert es durch ihn. Alles, was er tun kann, ist sich zu ergeben.

Woher weißt du, ob es fertig ist?

Wahrscheinlich kann man an den meisten Sachen noch ewig weiterarbeiten. Doch vorher weißt du, wann es Zeit ist, aufzuhören? Wann bist du mit einem Projekt fertig?

Ein Koch weiß, wann sein Gericht fertig ist. Alles weitere würde es nicht besser machen. Tatsächlich würde eine längere Zubereitung das Gericht sogar verschlechtern. Leider lässt sich bei vielen Sachen nicht so einfach sagen, wann sie fertig sind.

Fertig heißt natürlich möglich gut. Vielleicht sogar bestmöglich. Wann ist ein Buch fertig? Wann ist eine Software fertig? Man könnte meinen nie. Schließlich kann man immer noch etwas hinzufügen. Immer etwas verfeinern. Letztendlich ähnelt es der Frage, wann etwas perfekt ist. Antoine de Saint-Exupéry hat darauf eine gute Antwort gefunden:

»Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.«

Das wäre sicherlich ein guter Maßstab für so manches Projekt. Gleichzeitig sollten wir etwas nicht als fertig erachten, nur weil eine Deadline erreicht ist. Sind wir fertig, weil wir keine Zeit mehr haben? Das ist wohl kein guter Maßstab. Stattdessen können wir uns fragen, ob wir genau das erreicht haben, was wir erreichen wollten. Ob das was wir geschaffen haben, seinen Zweck bestmöglich erzielt.

Der beste Zeitpunkt etwas zu tun

Du bist nicht zu jeder Zeit gleich produktiv. Zu einer bestimmten Tageszeit kannst du manche Sachen besser machen als zu einer anderen Zeit. Vielleicht kannst du morgens besonders fokussiert arbeiten. Vielleicht bist du abends noch kreativer. Vielleicht ändert es sich auch immer wieder.

Wann wir etwas tun, spielt eine große Rolle. Daher solltest du bewusst deine Aktivitäten zu bestimmten Zeiten einplanen. Dabei musst du jedoch schauen, was für dich funktioniert. Immer wieder kann man von Morgenroutinen lesen, die deine Produktivität steigern sollen. Als Autor solle man möglichst früh aufstehen und einige Seiten schreiben. Oder noch im “frischen“ Zustand meditieren. Doch trifft das auch auf dich zu? Finde selbst heraus, was für dich die beste Zeit ist, um etwas zu tun. Und dann tu es. Am Ende zählt das Ergebnis und nicht ob du dich an irgendwelche Zeitpläne oder Empfehlungen hältst.

Hast du immer die gleichen Gedanken und Ideen?

Manche Menschen scheinen nur so von kreativen und neuen Ideen zu sprühen. Andere wiederum treten immer auf der gleichen Stelle herum. Wie kommt das?

Wer immer nur die gleichen Sachen sieht, liest, hört und fühlt, der wird wahrscheinlich auch immer die gleichen Gedanken haben. Unsere Umgebung prägt uns in starkem Maße. Wenn unsere Mitmenschen sich keine Gedanken über die Welt machen, wird uns das nicht inspirieren. Stattdessen brauchen wir Menschen, die Dinge hinterfragen, Zusammenhänge knüpfen und Neues probieren. Gleichzeitig beeinflusst uns alles, womit wir interagieren. Liest du Texte, die zum Hinterfragen anregen oder ist es eher ein Aufnehmen von immer den gleichen Informationen?

Eine anregende Umgebung kann Kreativität und neue Ideen enorm fördern. Gleichzeitig ist unsere Einstellung enorm. Zwei Personen können genau die gleiche Situation erleben und nur für die eine kann sie inspirierend sein. Suchst du nach Mustern? Nach Bedeutung? Fragst du dich, was dahinter steckt? Versuchst du die Punkte zu verbinden? Denn so bekommst du neue Ideen.

Bring es in die Welt

Ideen bringen niemandem etwas, wenn sie nur in deinem Kopf bleiben. Von deiner Kunst haben andere nur etwas, wenn du sie teilst. Von deinem Vorhaben können andere nur profitieren, wenn du es startest. Deine Motivationen sind unwichtig, wenn du nicht aktiv wirst.

Es ist so leicht, sich in Details oder Sachen zu verlieren. Doch am Ende des Tages zählt vor allem: Bringst du es in die Welt? Enthalte uns nicht deine Gaben und Geschenke vor. Teile sie großzügig.

Träumst du?

Träume und Visionen sind wichtig. Sicherlich hast du schon viele Male gehört, wie wichtig es ist, groß zu denken und zu träumen. Erfolg beginnt im Kopf. Große Taten und Veränderung ebenso.

Doch träumst du? Die meisten Menschen trauen sich gar nicht erst, zu träumen. Die Mehrheit von der Minderheit, die es trotzdem tut, tut es nicht wirklich. Meistens sind die Träume mit einschränkenden Gedanken verbunden. Selbst wenn wir träumen wollen, hindert wir uns unbewusst selbst daran, es voll und ganz zu tun. Also, träume ohne Limitierungen. Ohne hinderliche Gedanken. Lass sie einfach mal los und öffne dich einer Welt, in der alles möglich ist.

Du entscheidest nicht

Wer entscheidet, ob deine Idee, Arbeit oder dein Produkt gut ist? Nicht du. Derjenige, der es nutzt. Der davon betroffen ist.

Eine starke Kundenorientierung ist nichts Neues. Doch das ist nicht der Punkt. Sobald du etwas in die Welt hinaus lässt, gehört es nicht mehr dir. Nicht du entscheidest, wie es ankommt und was es ist. Natürlich, du hast es erstellt. Du hast die Rechte. Doch es ist nicht mehr deins. Nun können andere bestimmen, was es für sie bedeutet.

Tu dein Bestes. Erschaffe deine beste Arbeit. Doch dann lass sie los. Lass sie frei.

Bücher sind wertvoll

Viele Bücher sind unglaublich wertvoll. Sie beinhalten Wissen, das unser Leben verändert kann. Ein Autor hat viele Monate damit verbracht dieses Buch zu schreiben. Wahrscheinlich viele Jahre, um in seinem Bereich wirklich gut zu werden. Und das für uns. Wir können davon profitieren. Uns seine Erfahrungen und sein Wissen zu Nutze machen.

Doch oft tun wir das nicht wirklich. So viele Menschen lesen keine Bücher für die eigene Entwicklung. Die wenigen, die es tun, lassen sich meist das größte Potenzial entgehen. Meistens lesen wir Bücher einfach nur – und dann das Nächste.

Selbst wenn wir ein wirklich Gutes gefunden haben, was mit uns resoniert und uns weiterhilft, beschäftigen wir uns kaum näher damit. Dabei sollten wir es studieren. Nicht einfach nur lesen, sondern damit arbeiten. So wie es viele Menschen mit der Bibel tun. Sie lesen, studieren, interpretieren, entdecken immer wieder neu. Würde es uns nicht viel mehr bringen, wenn wir auch nur im Ansatz so intensiv mit einigen ausgesuchten Büchern arbeiten würden? Nicht einfach von einem Buch zum Nächsten. Weniger, aber besser.

Brauchst du Zuschauer?

Warum tust du was du tust? Bist du dir dessen bewusst? Einfach weil es dir Spaß macht? Weil man das so macht? Oder geht es dir um etwas Höheres? Etwas, was dich selbst übersteigt. Die meisten Menschen machen sich ihre wahren Beweggründe nicht bewusst. Sie beschäftigen sich nicht damit. Dabei ist dies elementar für langfristige Motivation und Erfolg.

Die Motivation vieler Menschen zu tun, was sie tun, ist oft sehr primitiv. Es geht um Anerkennung, Status und Zugehörigkeit. Primitiv ist dabei absolut nicht abwertend gemeint. Die Handlungen werden lediglich von tiefverankerten Bedürfnissen geleitet. Doch leisten uns diese Bedürfnisse und resultierende Handlungen oft keine guten Dienste. In vielen Fällen sind sie auf kurzfristige Erfolgserlebnisse aus. Es geht nicht wirklich darum, nach Bedeutung und Höherem zu streben. Ob dieses Vorgehen erstrebenswert ist, muss jeder für sich entscheiden. Schließlich sind wir dem nicht einfach ausgeliefert.

Wenn du herausfinden möchtest, worum es dir bei etwas wirklich geht, kannst du dir eine Reihe hilfreicher Fragen stellen. Frage dich vor allem: Für wen tust du es? Für wen tust du, was du tust? Was erhoffst du dir davon? Würdest du es auch tun, wenn du nichts dafür erhältst? Wenn es keiner sieht? Gerade für kreativ aktive Menschen wie Künstler und Designer aber für jeden anderen auch ist diese Frage höchst interessant:

Würdest du es auch tun, wenn du der einzige Mensch auf Erden wärst?

Teilst du deine schlechten Ideen?

Wann gibst du etwas in die Welt hinaus? Lässt andere daran teilhaben. Erst wenn es möglichst perfekt ist? Wenn du sichergestellt hast, dass es ‘fertig’ ist? Das wäre zumindest verständlich. Wer will schon schlechte Arbeit abliefern.

Doch schränkt dich solch eine Vorgehensweise nicht ein? Muss alles immer richtig gut sein? Zählt manchmal nicht einfach nur die Idee und der Anfang von der Umsetzung?

In vielen Fällen ist das natürlich nicht so. Wenn du eine Arbeit für einen Kunden machst, dann sollte das Ergebnis natürlich sehr gut sein. Schließlich bezahlt er dafür und du stehst für das Ergebnis ein. Zukünftige Aufträge sind wohlmöglich von deiner geleisteten Arbeit abhängig. Sicherlich gibt es jedoch auch andere Fälle.

Wie sieht es mit Ideen aus? Gehst du mit Ideen gleichermaßen um? Gibst du sie erst nach außen, wenn du sie durchdacht hast und dir sicher bist, dass sie gut sind? Schränkt das nicht das Potenzial von Ideen ein? Schränkt das nicht dich ein? Meinst du, dass du so viele gute Ideen haben wirst?

Schließlich hat niemand nur gute Ideen. Teilweise sind es gerade erst die schlechten Ideen, aus denen die Guten kommen. Mehr: Wer keine schlechten Ideen hat, der hat auch keine Guten.

Statt nur gute Ideen teilen zu wollen, können wir uns fragen: Wie können wir möglichst viele gute Ideen haben? Wie können wir lernen und uns entwickeln? Wie können wir andere Menschen inspirieren? Worum geht es uns eigentlich?

Wenn wir mehr schlechte Ideen haben, werden vielleicht ein paar Gute dabei sein.

Beschäftigen wir uns mit solchen Fragen, ändert sich vielleicht unsere Einstellung. Dann wird ‘fertig’ vielleicht wichtiger als ’gut’. Und wir sehen jede Arbeit als Chance zu wachsen und besser zu werden. Doch nur wenn wir kontinuierlich arbeiten und Arbeit liefern.

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