Mindset

Innere Arbeit als Ablenkung

Machen wir uns nichts vor: Die Arbeit an uns selbst ist nie abgeschlossen. Wir können immer weiter, immer mehr an uns selbst arbeiten. Und das ist auch gut so. Schließlich ist die innere Arbeit eine wesentliche Grundlage, damit wir gute Arbeit im Äußeren machen können.

Innere Arbeit ist schwer. Daher ist es nur verständlich, dass viele Menschen sich vor ihr scheuen. Meinen, sie könnten sie ignorieren. Ohne sie auskommen. Diese Menschen haben die Arbeit an sich selbst meist am nötigsten.

Gleichzeitig können wir uns auch in innerer Arbeit verstecken. Solange wir an uns selbst arbeiten, müssen wir keine Werke in die Welt bringen. Wir können es als Entschuldigung sehen. Schließlich sind wir so sehr mit uns selbst beschäftigt. Wie könnte da jemand nur auf die Idee kommen, wir müssten in anderen Bereichen Fortschritte machen?!

Innere Arbeit ist wichtig. Ja notwendig. Doch wir sollten sie nie als Ausrede nehmen, unsere Kreationen in die Welt zu bringen. Einen Beitrag zu leisten. Die Welt etwas besser zu machen.

Der perfektionistische Gründer

Ich möchte dir eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte von einem perfektionistischen Gründer. Von einem Entrepreneur, der trotz seiner Perfektionismus-Paralyse erfolgreich geworden ist. Leider habe ich solch eine Geschichte nicht.

Wer damit beschäftigt ist, alles perfekt machen zu wollen, bringt in den allermeisten Fällen nichts in die Welt. Es bleibt bei Ideen. Bei Entwürfen, die niemals fertiggestellt werden.

Mach es nicht perfekt. Mach es unter den gegebenen Umständen möglichst gut. Bring es in die Welt. Dann kannst du es immer noch verbessern. Gut ist besser als unfertig.

Machst du dir selbst etwas vor?

Unsere Identität beeinflusst unsere Gedanken. Unsere Gedanken beeinflussen unsere Taten.

Unsere Taten beeinflussen unsere Gedanken. Unsere Gedanken beeinflussen unsere Identität.

Möchtest du ein Autor, Athlet, Podcaster, Künstler oder [füge hier deine gewünscht Identität ein] sein? Dann musst du auch die nötigen Handlungen ausführen. Ein Autor schreibt. Ein Athlet trainiert. Ein Podcaster produziert neue Podcastfolgen. Ein Künstler kreiert.

Identifizierst du dich mit einer Rolle, führst jedoch nicht die entsprechenden Tätigkeiten regelmäßig aus? Dann wird es Zeit, dass du dich ersthaft fragst, ob dein Selbstbild noch passend ist.

Erzähle anderen nicht, wer du bist oder was du alles tun möchtest, lass deine Taten sprechen.

Die schlechten Tage sind die wichtigsten

Es sind die Tage, an denen du dich nicht danach fühlst, die besonders wichtig sind. Wenn du nicht schreiben willst. Wenn dir nicht nach einem Workout ist. Wenn du deine Vorhaben über den Haufen werfen willst.

Wenn es dir gut geht und du motiviert bist, ist es einfach deine Ziele zu verfolgen. Diese Tagen bringen dich wahrscheinlich am meisten voran.

Doch es sind die schlechten Tage, an denen du deine Identität prägst und kräftigst. Diese Tage mögen dein Leben nicht transformieren und gleichzeitig sind sie ein essentieller Bestandteil davon.

Akzeptanz ist nicht gleich Aufgeben

Etwas zu akzeptieren, bedeutet, es anzunehmen. Es geht darum, den Moment nicht durch unsere Ziele, Wünsche oder Bedürfnisse stören zu lassen.

Etwas zu akzeptieren, bedeutet nicht, dass wir unsere Ziele aufgeben oder unterordnen. Wir können trotzdem aktiv unserer Vision eine Form geben.

Und gleichzeitig ist es ratsam, Dinge zulassen und einfach mal passiv zu sein. Seinen Widerstand aufzugeben.

Aufgeschobene Belohnung

Sehr häufig stimmen das, was du im Moment willst, und das, was langfristig das beste für dich ist, nicht überein. Dies mag einer der stärksten Gründe sein, warum viele Menschen nicht das Leben führen, welches sie eigentlich führen wollen.

Wenn wir uns auf die kurzfristigen Belohnungen fokussieren, mag sich dies im Moment gut anfühlen. Doch langfristig kann dies große Einschränkungen und Unzufriedenheit für uns bedeuten.

Wenn wir uns hingegen auf die langfristige Belohnung fokussieren, treffen wir meistens die langfristig besseren Entscheidungen. Langfristig geht es uns dann in vielen Fällen besser.

Um nur ein paar Bereiche zu nennen, auf die dies zutrifft: Investment, Lernen, Abnehmen, Fitness, Persönlichkeitsentwicklung, Gewohnheiten, Gesundheit, etwas aufbauen, Karriere, Familie, Sparen, Wein …

Man könnte das Ganze auch anders formulieren: Viele Menschen wollen ernten bevor sie etwas gesät haben. Doch selbst das Säen ist nicht ausreichend. Wir müssen es pflegen und wachsen lassen. Erst dann können wir die wirklich guten Früchte ernten.

Lösungen für unsere Probleme finden

Wir sind ständig dabei, Probleme zu lösen. Immer wieder begegnen wir Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Doch zu oft bleiben wir an der Oberfläche.

Die wirklich wichtigen Lösungen sind jene, zu denen wir die Probleme nicht kennen. Oft sind wir viel zu beschäftigt, um sie zu erkennen. Wer ständig im Hamsterrad aktiv ist, sieht schnell das Hamsterrad nicht mehr.

Was wir brauchen, ist etwas Distanz. Eine Pause. Wir müssen gelegentlich mal aussteigen. So können wir uns besinnen, was uns wirklich wichtig ist. So können wir unsere wahren Herausforderungen identifizieren. Erst dann können wir Lösungen dafür finden.

Zwei Welten

Dein Bild von dir stimmt selten mit dem Bild anderer von dir überein.

Du erlebst dich durch deine Gedanken und Gefühle.

Der Rest der Welt erlebt dich durch deine Handlungen.

Sei dir dieses Unterschieds immer bewusst. Immer wenn du dich unverstanden fühlst, frage dich: Habe ich meine Gedanken und Gefühle ausreichend geteilt? Versuche ich, die Gedanken und Gefühle meines Gegenübers ausreichend zu ergründen?

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Sicherlich kennst du die Überlegung. Die Frage, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist. Wenn wir verschiedene Menschen fragen, werden wir sehr unterschiedliche Antworten hören.

Die Idee des Experiments ist zu erfahren, mit welchem Mindset Menschen durch die Welt gehen. Sind sie eher ein Pessimist oder Optimist. Sehen sie das Glas als halb voll oder als halb leer.
Dann können wir schauen, wie sich dieses Mindset auf das Leben dieser Menschen auswirkt. Wer ist glücklicher, lebt länger, hat eine bessere finanzielle Situation, ist gesünder usw.?

Der Pessimist sieht das Glas halb leer. Es wäre zu einfach, zu behaupten, dass diese Menschen immer nur das Schlechte sehen. Das stimmt so nicht.
Selbst sehen sie sich oft als die Realisten. Manchmal wollen sie auch einfach nicht enttäuscht werden. Ihnen geht es oft darum, sich auf Sachen vorzubereiten. Daher ist es besser, von dem Schlimmsten auszugehen. Das führt natürlich schnell dazu, dass man die eine dunkle Wolke am ansonsten blauen Himmel sieht. Wer sucht, der findet.

Der Optimist sieht das Glas halb voll. Diese Menschen sind hoffnungsvoller und suchen das Gute in einer Situation. Das kann schnell zu Selbstüberschätzung oder Fehleinschätzungen von Situationen führen.

Wer hat nun recht? Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Letztendlich geht es nicht darum, recht zu haben. Es geht mir gerade auch nicht um Optimisten oder Pessimisten. Es geht darum, wie wir uns entscheiden, unsere Welt zu sehen.

Es geht um Perspektive.
Es geht um unser Mindset.
Es geht darum, wie wir Dinge wahrnehmen und durchs Leben gehen.
Wir erschaffen unsere Realität.
Wie wir durch die Welt gehen, entscheidet, wie unsere Welt ist.

Natürlich können wir nicht komplett kontrollieren, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen und auf Sachen reagieren. Doch wir haben einen großen Einfluss darauf. Wir können uns üben, Sachen auf eine bestimmte Art und Weise zu sehen. Wir können unser Mindset ändern. So können wir komplett verändern, wie wir die Welt erleben.

Sehen Optimisten eine Welt, die es so nicht gibt? Malen sie sich die Welt schön? Das kann man sicherlich so sehen. Man kann es aber auch anders sehen.
Um beim Glas zu bleiben: Optimisten orientieren sich vielleicht sogar mehr an der Realität. Schließlich beschreiben sie, was wirklich da ist. Sie beziehen sich auf das Wasser. Die Pessimisten beziehen sich auf etwas, das nicht da ist.

Nun könnte man das Ganze auch noch ganz anders sehen. Man könnte meinen, dass beide Sichtweisen falsch seien.
Das Glas ist weder halb voll noch halb leer. Stattdessen ist das halb voll mit Wasser und halb voll mit Luft. Es ist also komplett voll. Schließlich ist es voller Atome, aus denen die Luft und das Wasser bestehen. Nur weil wir etwas nicht sehen, heißt es nicht, dass es nicht da ist. Es kann trotzdem einen großen Einfluss auf unser Leben haben.

Ist das Glas nun ganz voll? Wieder könnte man es anders sehen. Sicherlich ist es voller Atome. Doch bestehen Atome nicht zu über 99,99% aus keiner Materie? Aus leerem Raum? Man könnte also meinen, dass das ganze Glas eigentlich leer sei. Schließlich ist die winzige Menge Materie vernachlässigbar.

Diese Betrachtungsweise würde uns jedoch dazu führen, dass das Glas auch aus Atomen aufgebaut ist. Das ganze Glas ist also eigentlich hauptsächlich Leere. Wir haben also kein halb leeres oder halb volles Glas, sondern kein Glas? Und überhaupt, warum meinen wir, dass es ein Glas gäbe? Weil wir irgendetwas wahrnehmen? Letztendlich haben wir keine Chance wirklich zu wissen, ob irgendetwas real ist.

Wohin führt uns das Ganze? Womit enden wir? Vielleicht und nur vielleicht hat derjenige, der eine eindeutige Antwort auf die Frage mit dem Glas sucht, nicht ganz verstanden, worum es geht. Am Ende geht es um dich und was du mit diesen Erkenntnissen machst.

Nein sagen

Wie oft hast du auf eine Anfrage einfach unüberlegt mit »Ja« reagiert? Wie oft hast du zu etwas zugesagt, obwohl du es eigentlich gar nicht wolltest? Wie oft hast du es bereut, dich auf etwas eingelassen zu haben? Wie oft hast du etwas einfach offengelassen, weil du ein klares »Nein« vermeiden wolltest? Wie kommt es zu diesen Situationen? Um Ärger zu vermeiden? Um dem anderen nicht auf den Schlips zu treten? Weil »Ja« einfach deine Standard-Antwort geworden ist? Weil du dich nicht getraut hast, zu sagen, was du wirklich willst?

Fühlst du dich manchmal nur beschäftigt und nicht produktiv? Hast du manchmal das Gefühl, nur Kleinigkeiten zu bearbeiten und die wichtigen Dinge nicht voranzubringen? Hast du manchmal das Gefühl, dass dein Leben einfach so an dir vorbeigeht? Dass du so viele Sachen tust, nur weil andere sie von dir verlangen? Dass du ständig in Bewegung bist, doch nirgendwo ankommst?

Wenn du eine dieser Fragen mit »Ja« beantwortest hast, dann bist du in sehr guter Gesellschaft. Falls du etwas daran ändern möchtest, gibt es einen simplen Ausweg: Der Weg des Essentialismus. Doch vor allem geht es um eine Sache: »Nein« sagen.

Sehr viele Menschen haben große Schwierigkeiten damit, Nein zu sagen. Wobei das so nicht stimmt. Wir sagen ständig zu allem Möglichen Nein. Wir sind uns dessen meistens nur nicht bewusst. Wenn wir E-Mails beantworten, sagen wir Nein. Wenn wir eine Serie schauen, sagen wir Nein. Wenn wir einkaufen gehen, sagen wir Nein. Sobald wir uns für etwas entscheiden, entscheiden wir uns gegen unzählige andere Sachen. Sicherlich, es ist nicht das gleiche, wie einer Person »Nein« direkt ins Gesicht zu sagen. Dennoch sollten wir uns bewusst machen, dass wir ständig Sachen ablehnen.

Lass mich eine sehr wichtige Sachen betonen:

Wenn wir Ja sagen, sagen wir Nein zu jeder anderen Option.

Das ist uns meistens nicht bewusst. Doch jedes Ja beinhaltet auch immer Nein. Umgekehrt funktioniert es so nicht. Wenn du zu einer Sache Nein sagst, bleiben alle anderen Optionen offen. Du sagst also nur zu einer Sache Nein. Wenn du aber Ja sagst, sagst du zu allen anderen Optionen Nein. Wenn wir uns das wirklich bewusst werden, gehen wir die Sachen vielleicht komplett anders an.

Sehr vielen Menschen fällt es trotzdem schwer, Nein zu sagen. Lass mich dir ein paar Hinweise geben, damit es dir vielleicht leichterfällt.

Trenne deine Entscheidung von der Beziehung

Nur weil du eine Option ablehnst, bedeutet es nicht, dass du auch die Person ablehnst. Es ist nicht deine Verantwortung, wie jemand auf deine Handlung reagiert. Wenn du Nein sagst, sei höflich, wertschätzend, entschieden und klar. Du musst nicht immer direkt das Wort »Nein« nutzen. Oft gibt es auch eindeutige und charmante Alternativen.

Viele Menschen vermeiden ein Nein, weil sie sozialen Druck und Ablehnung vermeiden wollen. Der Drang anderen zu gefallen, ist größer als sich für die eigenen Bedürfnisse einzusetzen. Willst du wirklich so leben? Das ist weder gut für dich noch für andere.

Die wahren Kosten

Immer nur zuzustimmen sorgt vielleicht dafür, dass du anderen gefällst. So vermeidest du selbst abgelehnt zu werden. Doch du solltest damit Frieden schließen, dass Nein zu sagen oft bedeutet, seine Beliebtheit gegen Respekt zu tauschen. Wir respektieren Menschen, die für sich, ihre Werte und Ziele eintreten. Vor allem wenn sie dies auf eine wertschätzende Art und Weise tun.

Immer wieder versuchen wir einen Zwischenweg zu wählen. Keine richtiges Nein und kein richtiges Ja. Als wäre das eine bessere Option. Doch meistens ist ein vages oder unverbindliches Ja absolut nicht gut. Ein klares und wertschätzendes Nein ziehen die meisten wohl vor. So weiß man zumindest woran man ist. Das ist besser für dich und dein Gegenüber.

Nein zu sagen ist absolut nicht einfach. Oft ist es überaus schwer. Es braucht viel Courage. Häufig Klarheit und eine gewisse Unabhängigkeit. Doch wir sollten uns nicht vormachen, dass die einfachere Option die bessere wäre. Wenn wir zu allem Ja sagen, enden wir beschäftigt und unzufrieden. Gleichzeitig werden wir nie allen Anfragen und Anforderungen gerecht werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir als unzuverlässig angesehen werden oder völlig überfordert ausbrennen. Stattdessen sollten wir nur zu den wichtigen Dingen Ja sagen. Nein ist eine Entscheidung. Ja ist meistens eine Verantwortung. Also wähle bewusst und weise zu was und wem du Ja sagst. Es beeinflusst deinen Tag, deinen Terminkalender, deine Karriere, deine Familie, dein ganzes Leben.

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