Minimalismus

Der einfachste Weg, seine Sachen zu organisieren

Es gibt viele Wege, seine Sachen zu organisieren. Mit der Zeit haben sich verschiedene Methoden bewährt. Doch es gibt einen Weg, der am einfachsten ist: Die meisten seiner Sachen loszuwerden.

Wenn wir weniger haben, müssen wir auch weniger organisieren. Das ist offensichtlich. Gleichzeitig übersehen wir diese Option oft. Wir versuchen alles mögliche zu managen. Unsere Zeit. Mitarbeiter. Aktivitäten. Dinge. Aufgaben.

Wir können uns jedoch erstmal fragen, was wir eigentlich wirklich wollen. Dann können wir uns fragen, was wir dafür brauchen. Was wir in unserem Leben haben wollen. Alles andere können wir loswerden.

Fear of missing out

Die Angst, etwas zu verpassen, ist allgegenwärtig. Man könnte meinen, sie sei zur Krankheit unserer Zeit geworden.

Die Symptome:

  • Das Smartphone immer und überall dabei haben.
  • Unaufhörliches Scannen des Feeds verschiedener Social Media Plattformen.
  • Ständiges E-Mail checken.
  • Unfähigkeit bei nur einer Sache zu bleiben. Vor allem sich nur auf einen Gesprächspartner zu fokussieren.

Wollen wir wirklich so unsere Leben verbringen? Wir wäre es, wenn wir stattdessen die Freude des Verpassens zelebrieren? Joy of missing out statt fear of missing out. JOMO statt FOMO.

Instant-Minimalist

Vielleicht hörst du mich oder jemand anderes über Minimalismus reden und denkst: »Das hört sich super an. Das will ich auch.« Doch dann kommen auch gleich die ganzen Einwände, warum es bei dir nicht klappen kann.

Ich will an keiner Stelle sagen, dass es einfach ist, ein Minimalist zu werden. Reduzieren ist meistens deutlich schwerer, als hinzuzufügen. Nichtsdestotrotz muss es auch nicht überaus schwer sein. Es kann sogar recht simpel sein.

Wie kannst du also sofort ein Minimalist sein? Ein guter Anfang wäre, weniger zu tun und weniger zu kaufen. Von einem Moment auf den anderen kann sich dein Leben nicht mehr um Dinge sondern um wichtige Sachen drehen. Im Prinzip geht es nicht darum, was du tust und wie viel du besitzt. Es geht um deine Einstellung zum Leben. Dein Mindset. Theoretisch kannst du auch dein Mindset von einem Moment auf den anderen ändern.

Leider ist es meistens nicht so einfach. Es braucht Zeit, bis du deine Einstellungen änderst. Bis sich deine Denkmuster ändern. Bis sich deine Gewohnheiten ändern. Es ist ein Prozess. Er ist fortlaufend und nicht endend. Wenn du also ein Minimalist werden möchtest, dann sei es einfach. Fang an. Fast egal wo. Hauptsache du fängst an.

Wird der ganze Ballast aus deinen Leben verschwinden, weil du anfängst, anders zu denken? Sicherlich nicht. Es ist nicht so, dass alles Unwichtige auf einmal verschwindet. Doch du kannst anfangen, nur noch wichtige Sachen in dein Leben zu lassen. Dann kannst du anfangen, alte Sachen aus deinem Leben zu entfernen. Meistens braucht das viel Zeit und Energie. Wie gesagt, es ist ein Prozess.

Daher ist es gut, wenn du dich auf Sachen fokussierst, die du sofort umsetzen kannst. Kaufe weniger. Tue weniger. Ganz simpel. Widerstehe dem Impuls. Werde dir bewusst, dass du keine zusätzlichen Dinge mehr brauchst. Sage öfter Nein. Werde dir bewusst, was du wirklich willst. Sicherlich klappt das nicht alles auf Anhieb. Das ist in Ordnung.

Also, kannst du sofort ein Minimalist werden? Zumindest kannst du sofort damit anfangen. Und es ist sogar recht simpel. Also worauf wartest du noch?

Verbesserung durch Wegnehmen

Zu oft verfallen wir der Annahme, wir müssten etwas hinzufügen, um etwas zu verbessern. Doch häufig machen wir etwas erst wirklich großartig, wenn wir Dinge wegnehmen. Das gilt vor allem für unser eigenes Leben.

Statt uns ständig darauf zu fokussieren, was wir tun können und sollten, können wir uns darauf fokussieren, was wir nicht mehr tun wollen.

Man könnte das auch als eine negative Herangehensweise an das Leben bezeichnen. Tatsächlich ist daran jedoch nichts schlecht. Viel mehr ist es eine umgekehrte Herangehensweise zu der des Hinzufügens.

»Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.«
– Antoine de Saint-Exupéry

Neuigkeiten

Viele von uns haben einen starken Drang, ständig auf dem Laufenden zu sein. Wir müssen immer wissen, was gerade in der Welt passiert. Was die Nachrichten sagen. Wie das letzte Fußballspiel ausgegangen ist. Was unsere Freunde gerade machen. Lass uns ehrlich sein: Viele sind Nachrichtensüchtige. Junkies. Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick.

Möglichkeiten gibt es unzählige: Spiegel, T-Online, ARD, Instagram, Facebook, Twitter, Fernsehen, Blogs, Podcasts usw. Unzählige Stunden verbringen wir damit, diese Plattformen nach Neuigkeiten zu durchforsten. Doch warum tun wir das überhaupt? Warum geben wir diesen Plattformen so viel Kontrolle über unser Leben? Warum können wir uns nicht davon befreien? Tatsächlich können wir das. Sehr viele Menschen haben es bereits getan. Und du kannst es auch. Es hilft, wenn wir besser verstehen, was eigentlich abläuft. Lass uns einige Aspekte genauer anschauen.

Diese Medien machen uns wirklich süchtig

Wenn wir von Junkies reden, ist es keine Übertreibung. Social Media Plattformen sind explizit so designt, dass sie uns abhängig machen. Sie nutzen die gleichen Mechanismen, wie sie beim Glücksspiel angewendet werden.

Angst

Werden wir von Angst getrieben? Der Angst, dass wir etwas verpassen? Steckt dahinter vielleicht ein riesiges Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit? Sind es diese Bedürfnisse, die uns verleiten, bestimmte Verhaltensweisen immer und immer wieder zu wiederholen?

Wie haben Angst, etwas Wichtiges zu verpassen.

Wir haben Angst, dass uns eine Gelegenheit entgeht.

Wir haben Angst, dass wir von Unheil überrascht werden.

Doch sind diese Ängste begründet?

Verpassen wir wirklich etwas Wichtiges und stehen im Nachhinein doof oder ignorant da? Theoretisch kann das sein. Doch es ist wohl nicht so, dass wir dadurch riskieren, irgendwie aus unseren Stamm verbannt zu werden. Unsere Lebensgrundlage wird dadurch nicht bedroht sein. Vielleicht stehen wir mal etwas doof da, weil wir nicht wissen, was gerade so passiert. Na und? Wenn wir aus solchen Gründen schlecht behandelt werden, sollten wir ernsthaft überdenken, ob wir mit solchen Menschen Zeit verbringen wollen.

Verpassen wir wirklich eine Gelegenheit? Sicherlich werden wir das. Ständig entgehen uns Sachen. Doch die wirklich guten Gelegenheiten werden wir wohl nicht verpassen, weil wir nicht auf dem Laufenden sind. Ganz im Gegenteil: Solche Gelegenheiten kommen zu uns, wenn wir uns auf die wichtigen Dinge fokussieren.

Gehen wir das Risiko ein, dass wir von Unheil überrascht werden? Theoretisch könnte auch das sein. Doch vor wie viel Unheil wurdest du in den letzten Jahren bewahrt? Großes Unheil bekommst du auch so mit, wenn du einigermaßen regelmäßig mit anderen Menschen redest. Es ist ja nicht so, dass ständig irgendwelche Katastrophen passieren, die du nur abwenden kannst, wenn du einen bestimmen Geheimcode hast.

Wenn wir unsere Ängste näher beleuchten, stellt sich heraus, dass sie keine wirkliche Grundlage haben. Vielleicht waren sie früher relevant. Heutzutage können sie uns eher behindert, als wirklich helfen.

Die Plattformen dienen nicht uns

Social Media Plattformen leben von unserer Aufmerksamkeit. Um genauer zu sein: Sie verkaufen unsere Aufmerksamkeit. Wir sind nicht ihre Kunden. Wir sind ihr Produkt. Es liegt in der Natur dieser Plattformen, dass sie im Eigeninteresse agieren. Das müsste so nicht sein. Sicherlich gibt es auch einige Ausnahmen. Doch im Großen und Ganzen ist das oberste Interesse dieser Plattformen nicht unser Leben zu verbessern.

Doch was fangen wir mit diesen Erkenntnissen an? Wichtig ist die Situation erstmal zu erkennen und zu akzeptieren. Wir haben bestimmte Gewohnheiten entwickelt, die nicht unbedingt förderlich für uns sind. Wir versuchen Bedürfnisse zu befrieden, die von den Plattformen ausgenutzt werden. Auch wenn es nicht einfach ist, liegt es an uns, wie wir diese Plattformen nutzen.

Wir können lernen, dass wir nicht immer auf den Laufenden sein müssen. Tatsächlich sind wir besser dran, wenn wir es gar nicht versuchen. Widerstehe diesem Drang. Fokussiere dich stattdessen auf Sachen, die dein Leben besser machen.

Eine Möglichkeit damit umzugehen, ist generell deutlich weniger Informationen aufzunehmen. Nicht einfach impulsartig alles, was uns begegnet. Wenn wir bewusster Informationen in unser Leben lassen, kann uns dies deutlich mehr Freiheit und Leichtigkeit bringen.

Denkst du, dass du davon profitieren würdest? Doch du spürst weiterhin einen Widerstand? Wie wäre es, wenn du es einfach mal ausprobierst? Versuche für einen Tag nicht auf dem Laufenden zu bleiben. Schau, was passiert. Anschließend kannst du alles nachholen. Dann verlängerst du die Zeit einfach immer ein bisschen mehr. Es gibt viele Menschen, die seit Jahren komplett so leben. Und es geht ihnen gut. In der Tat ist es eine Gewohnheit, die man bei vielen erfolgreichen Menschen finden. Sie sind so einfach produktiver, da sie sich auf die relevanten Dinge fokussieren können.

Auch dir steht dieser Weg offen. Widerstehe dem Drang, auf dem Laufenden zu bleiben. Schalte einfach öfter mal ab.

Mit leichten Taschen durch den Alltag

Wir Menschen tragen jede Menge Ballst mit uns herum. Unser Kopf ist voller Sorgen und Aufgaben. Daher ist es so wichtig, dass wir unseren Kopf frei bekommen. Die Sachen aus unserem Kopf herausbekommen, indem wir sie niederschreiben.
Regelmäßiges Journaling und ein gutes System zur Verwaltung unserer Aufgaben helfen uns dabei. So können wir uns besser konzentrieren und kreativer sein.

Doch wir tragen nicht nur mentalen Ballast alltäglich mit uns herum. In Beuteln, Taschen oder Säcken schleppen wir oft Unmengen an Dingen durch unseren Alltag. Bei manch einer Handtasche könnte man den Eindruck bekommen, dass man damit ein Nashorn erschlagen könne.

Ich verstehe schon. Wir wollen vorbereitet sein. Es könnte ja sein, dass wir in einem Fahrstuhl stecken bleiben und dort eine Woche überleben müssen. Oder wir erleben eine Alieninvasion und müssen uns im Büro barrikadieren. Oder worauf möchtest du so vorbereitet sein?

All diese Sachen können schnell einen Ballast darstellen. Sie machen unser Leben schwerer. Wir sollten versuchen, unseren Kopf freizubekommen. Genauso sollten wir auch versuchen, leichter durchs Leben zu gehen. Weniger Dinge mit unser herumzuschleppen, die wir gar nicht brauchen.

Was schleppen wir alles alltäglich mit uns herum? Das unterscheidet sich natürlich stark von Person zu Person. Doch lass uns mal einige typische Dinge anschauen:

  • Smartphone und Kopfhörer
  • Portemonnaie mit Kleingeld, vielen Karten, Belegen, Stempelkarten usw.
  • Schlüssel
  • Uhr
  • Kaffeebecher
  • Laptop mit Ladekabel und Zubehör
  • Körperpflegeprodukte wie Handcreme
  • Kosmetik
  • Hygieneartikel
  • Dokumententasche
  • Bücher
  • Notizbücher und Terminplaner
  • Stifte
  • Mittagessen und Snacks
  • Taschentücher
  • Regenschirm
  • Mütze und Handschuhe (je nach Wetter)
  • Irgendwelche Dinge, die wir in unseren Taschen vergessen haben
  • Rucksack oder Handtasche
  • Sonstige Dinge, die wir mitnehmen

Es kommt schnell eine lange Liste zusammen. Du kannst ja einfach mal schauen, was du alles mit dir herumschleppst. Mir geht es an dieser Stelle nicht darum, dass du unbedingt nur noch ganz wenig mitnehmen sollst. Lieber einen eigenen Kaffeebecher mitnehmen, als sich ständig einen Einwegbecher für den Coffee-to-go zu nutzen. Lieber ein vernünftiges Mittagessen mitnehmen, als etwas Ungesundes unterwegs zu essen. Lieber einige Vorräte Zuhause haben, als nichts Essbares zu haben.

Es geht mir darum, dass wir uns einfach bewusst damit auseinandersetzen. Unsere Taschen nicht einfach wahllos vollstopfen, sondern überlegen, was wir alles brauchen. Wenn wir leichter durch unseren Alltag gehen, können wir Stress reduzieren. Es ist ein Punkt von vielen, der alles ein wenig einfacher macht. So manches Portemonnaie ist vollgestopft bis es kaum noch zugeht. Irgendwelche Belege, Notizen, Stempelkarten, jede Menge Kleingeld und vieles weitere. Das meiste davon brauchen wir im Alltag nicht. Vieles wahrscheinlich niemals. Fang doch einfach mal bei deinem Portemonnaie an und schau, was du aussortieren kannst. Brauchst du alle Karten, die du mit dir rumschleppst? Brauchst du so viel Kleingeld? Was kann alles Zuhause bleiben? Als nächstes kannst du deinen gesamten Rucksack oder deine Handtasche unter die Lupe nehmen.

Teste die Dinge in deinem Leben. Frage dich, ob du die Dinge wirklich brauchst. Schaue, ob du die einzelnen Items im Alltag wirklich nutzt. Wenn du etwas ein paar Tage hintereinander nicht nutzt, überlege, ob du es nicht einfach Zuhause lässt. Du musst nicht immer für alles vorbereitet sein. Vieles kannst du einfach Zuhause griffbereit halten und mitnehmen, wenn du weißt, dass du es brauchst.

Es hat etwas sehr friedliches, so leicht durch die Welt zu gehen. Weniger Ballast, der dich aufhält und ablenkt. So kannst du dich mehr auf deine Umgebung und deine Mitmenschen fokussieren. So schaffst du mehr Platz für Freude und Leichtigkeit.

Organisationswahn

Wie viel Zeit hast du schon damit verbraucht, Dinge zu organisieren?

Wenn wir unsere materiellen Besitztümer aufräumen, müssen wir irgendeine Ordnung reinbringen. Sonst passiert es schnell, dass wir nicht mehr durchsehen. Je mehr wir besitzen, desto einfacher verlieren wir den Überblick. Das gleiche gilt auch für nicht materielle Sachen.

Inzwischen hat sich eine ganze Industrie entwickelt, die uns beim Organisieren helfen soll. Es gibt unzählige Boxen, Formen und andere Sachen, um Ordnung zu schaffen. Es gibt unzählige Bücher, Magazine, Blogs und Podcasts. Es gibt jede Menge Notebooks und digitale Anwendungen, damit wir unser Leben besser organisieren können. Es gibt sogar professionelle Organisatoren, die uns dabei helfen können.

Das alles mag einem als gut und vielleicht sogar notwendig erscheinen. Natürlich müssen wir unsere Sachen organisieren, oder? Doch müssen wir nicht nur so viel organisieren, weil wir so viel besitzen und tun? Organisieren ist nur notwendig, wenn wir zu viel haben, um das, was wir gerade suchen, schnell zu finden. 

Mit Minimalismus schaffen wir dem Organisieren ein Ende. OK, nicht wirklich. Letztendlich kann man auch mit nur wenigen Sachen im Chaos leben. Doch es macht die ganze Sache unglaublich viel einfacher. Bist du noch nicht überzeugt?

  • Klamotten: Ein Kleiderschrank mit nur wenigen Klamotten muss nicht viel organisiert werden.
  • Aufgaben: Wenn wir sehr viele Sachen zu tun haben, müssen wir uns irgendwie organisieren, damit wir den Überblick behalten. Doch Aufgaben brauchen kein kompliziertes System zur Organisation, wenn wir nur wenige Aufgaben haben. Indem wir uns auf die wichtigen Sachen fokussieren, reduzieren wir die anfallenden Aufgaben.
  • Daten: Mit praktisch unbegrenztem Speicherplatz häufen sich schnell Unmengen an Daten an. Doch oft könnten wir die Datenmenge drastisch reduzieren. Sicherlich gibt es sehr viel, was du nie nutzen wirst. Außerdem können wir ein sehr simples System schaffen und die Suchfunktion nutzen. Das klappt mit Google ja auch recht zuverlässig.
  • Schmuck: Wir können einfach nur wenige Schmuckstücke besitzen, die wir auch wirklich gerne tragen. Das vereinfacht auch die Entscheidungsfindung. So brauchen wir weniger Platz zur Aufbewahrung und müssen nichts organisieren.
  • Spielsachen: Chaos bei den Spielsachen scheint eine unausweichliche Gegebenheit zu sein. Doch brauchen Kinder wirklich so viele Spielsachen? Lieber weniger und dafür wirklich tolle Dinge. Wie wäre es mit einem Deal? Wenn ein neues Spielzeug hinzukommt, muss ein altes gehen.

Wie gesagt, es ist nicht so, dass Minimalisten nichts organisieren. Viele Sachen müssen weiterhin organisiert werden. Doch es ist deutlich einfacher und effektiver. Vermeide zu komplexe Systeme und versuche, Sachen möglichst einfach zu gestalten.

Wie wäre es, wenn wir das Aussortieren als wesentlichen Bestandteil vom Organisieren sehen würden? Lass uns dem Organisationswahn ein Ende bereiten. Mit weniger gehen wir besser durch die Welt.

Leichter durch die Welt gehen

Ich rede viel darüber, dass wir unser Leben gestalten können. Dass wir bewusst und aktiv unsere Umgebung gestalten können. Uns damit gute Vorraussetzungen schaffen. Doch ich kann nicht genug betonen, dass wir das mit Bedacht tun sollten. Wir haben Einfluss auf unsere Umgebung und umgekehrt funktioniert es genauso. Daher ist es wichtig, dass wir im Einklang mit unserer Um- und Mitwelt leben.

Im Laufe der Jahrhunderte haben wir das immer mehr vergessen. Wir berauben die Erde ihrer natürlichen Ressourcen. Holzen Wälder ab. Vergiften Gewässer und Ozeane. Machen unsere eigenen Felder unfruchtbar. Verunreinigen die Luft. Das ist nichts Neues. Und trotzdem tun wir es weiter.

Wenn es darum geht, unsere Umgebung und auch unser Leben zu gestalten, so sollten wir es mit Bedacht tun. Wir sollten ganzheitlich denken. Vor allem nicht kurzfristig. Was ist die Lösung? Nur noch biologische Produkte? Ein Elektroauto? Alles Recyceln? Ja, lass uns das machen. Doch das wird unsere Umweltprobleme nicht lösen. Lass uns vor allem leichter durchs Leben gehen.

Minimalismus hat sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Schließlich geht es darum, weniger Ressourcen zu nutzen. Natürlich ist es wertvoll zu schauen, wie wir Produkte umweltfreundlicher herstellen, verwerten und auch wieder entsorgen können. Doch noch umweltfreundlicher ist es, von Anfang an weniger Ressourcen zu nutzen. Das bedeutet nicht, dass wir auf alles verzichten müssen. Davon sind wir weit entfernt. Lasst uns einfach bewusster leben.

So gehst du leichter durchs Leben

Hier hast du ein paar Anregungen, wie du nachhaltiger und minimalistischer Leben kannst.

Kaufe weniger Dinge

Es ist offensichtlich und ich wiederhole mich mit diesem Punkt. Das ändert jedoch nichts daran, dass es so unglaublich wichtig ist.

Qualitativ hochwertige Produkte

Qualitativ hochwertige Produkte haben meist eine deutlich höhere Lebenserwartung. Statt viele günstige Dinge zu haben, können wir einfach weniger wirklich gute Dinge haben. Das gilt vor allem für Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände. Auch unsere Ernährung könnten wir so verbessern.

Iss weniger

Die meisten Menschen in der westlichen Welt essen zu viel. Das wirkt sich negativ auf ihre Gesundheit aus. Gleichzeitig auf die Gesundheit der Erde. Wenn wir bedarfsgemäß essen, tun wir damit uns und der Erde etwas Gutes.

Weniger Fleisch

Um tierische Produkte herzustellen, brauchen wir deutlich mehr Ressourcen als für pflanzliche Produkte. Wir können Fleisch nicht in den riesigen Mengen nachhaltig produzieren, um unseren momentan Bedarf zu decken. Massentierhaltung ist weder für uns, die Tiere noch für die Umwelt gut.

Plastikverpackungen

Inzwischen gibt es viele Alternativen zu Plastikverpackungen. Wenn wir überwiegend unverarbeitete Lebensmittel als Basis unserer Ernährung nehmen, brauchen wir kaum Verpackungen. Gemüse kann problemlos in einem Stoffbeutel transportiert werden. Weniger Produkte führen fast automatisch zu weniger Verpackung.

Fahre weniger

Nimm das Fahrrad. Geh zu Fuß. Nutze die öffentlichen Verkehrsmittel. Beweg dich mehr in deiner unmittelbaren Umgebung. Oft gibt es gute lokale Alternativen. Bleib gelegentlich einfach mal zu Hause.

Kleineres Haus

Wenn du weniger Dinge hast, brauchst du weniger Platz. So muss du weniger heizen. Für den Bau werden weniger Ressourcen genutzt. Weniger muss repariert werden. 

Heizen und Kühlen

Wir brauchen nicht immer 20°C Raumtemperatur. Statt die Heizung aufzudrehen, kannst du dir erstmal einen Pullover anziehen. Im Sommer müssen wir im Auto nicht immer gleich die Klimaanlage anschalten. Vor allem nicht für kurze Wege.

Das waren nur einige Anregungen. Sicherlich findest du noch viele weitere Sachen, die du umsetzen kannst. Es geht nicht darum, auf alles zu verzichten. Stattdessen bewusst das eigene Verhalten zu hinterfragen. Wenn wir unser Leben und unsere Umgebung gestalten, sollten wir ganzheitlich und langfristig denken. Lass uns leichter durch die Welt gehen.

Was ist Minimalismus? Nr. 2

Es gibt keine feste Definition, was Minimalismus ist. Es ist natürlich trotzdem hilfreich, zu erfahren, was andere darunter verstehen und wie sie Minimalismus leben. Also lass uns schauen, was Minimalismus so alles ist.

Das ist Minimalismus…

Minimalismus ist weniger

Weniger materielle Dinge. Weniger Ablenkung. Weniger Stress. Weniger Verpflichtungen. Weniger Lärm. Weniger Gerümpel. Weniger Beschäftigung. Weniger Zwänge.

Minimalismus ist mehr

Mehr Freiheit. Mehr Bedeutung. Mehr Erfüllung. Mehr Glück. Mehr Zeit. Mehr Fokus. Mehr Frieden. Mehr Stille.

Minimalismus ist Bewusstheit

Es geht darum, sein Leben bewusst zu gestalten. Bewusst Dinge ins Leben zu lassen. Bewusst seine Ziele und Träume zu verfolgen. Minimalisten beschäftigen sich viel mit der Frage, was ihnen wirklich wichtig ist. Dann verhalten sie sich entsprechend. Nicht wichtige Sachen werden eliminiert.

Minimalismus ist Freiheit

Es geht darum, Verpflichtungen und Ballast zu reduzieren. Viele Sachen, die andere als völlig normal sehen, schränken uns unnötigerweise ein. Minimalisten hinterfragen fertige Lebensentwürfe. Sie nehmen nicht einfach blind Sachen an. So können sie ihr Leben selbst gestalten. So können sie mehr Freiheit erlangen.

Minimalismus ist Individualität

So viele Menschen meinen, ihnen sei Individualität wichtig. Und trotzdem leben sie ein Leben, das von anderen vorgegeben wird. Machen, was andere machen. Kaufen, was andere kaufen. Konsumieren, was andere konsumieren. Minimalisten lehnen das nicht grundsätzlich ab. Doch sie machen, was sie selbst für richtig halten. Sie leben ein Leben nach ihren Vorstellungen.

Minimalismus ist Klarheit

Keine Klarheit, keine Reduktion. Wenn wir nicht wissen, was wir wollen, sagen wir schnell zu allem Ja. Wir können uns nur für die wichtigen Sachen entscheiden, wenn wir wissen, was diese sind. Dafür brauchen wir Klarheit. Klarheit gibt uns Orientierung. Was wir im Leben wollen. Was wir nicht wollen. Wie wir durchs Leben gehen.

Minimalismus ist dein Leben

Im Leben eines Minimalisten ist jeder Tag gleich. Nicht weil sie immer das gleiche tun. Sondern weil jeder Tag ein Tag ihres Lebens ist. Montag morgen ist wie Freitag Abend und auch wie Sonntag mittag. Jeden Tag leben sie ihr Leben nach ihren Vorstellungen. Kein falsches Spiel. Niemandem etwas vormachen. Keine Maske, die man am Abend abnimmt. 100% dein Leben.

Minimalismus ist ganzheitlich

Es geht nicht darum, einfach nur nur wenig Sachen zu haben. Letztendlich geht es niemals darum, etwas zu tun, einfach um etwas zu tun. Alles hat Sinn und Bedeutung. Es geht darum, unsere äußere Welt ebenso wie unsere innere zu gestalten. Es ist ein Leben im Einklang mit unseren Bedürfnissen und Werten. Im Einklang mit unserer Umwelt und Mitwelt.

Minimalismus ist für jeden machbar

Lass dich nicht von irgendwelchen Storys einschüchtern. Du musst dich nicht als Minimalisten bezeichnen, um von diesem Lebensstil zu profitieren. Egal in welcher Situation du dich befindest, jeder kann Minimalismus irgendwie umsetzen. Wenn etwas vom Minimalismus mit dir resoniert, dann kannst du es einfach in dein Leben integrieren. Mach es passend für dich. Nicht andersherum.

Das ist Minimalismus. Zumindest für mich. Was beutet Minimalismus für dich?

Wie du dein Leben entrümpelst

Alleine die Idee, das eigene Leben zu entrümpeln, kann überfordernd sein. Wo fängst du an? Wie sollst du das nur schaffen? Und was ist, wenn du es nicht schaffst? Ist das überhaupt das Richtige für dich? Musst du nicht auf so viel verzichten? Eigentlich ist es momentan doch gar nicht so schlimm.

Es wäre überaus schade, wenn du dich von solchen Gedanken abhalten lassen würdest. Das eigene Leben zu entrümpeln, ist sicherlich nicht immer so einfach. Dann musst du kreativ werden und gute Wege finden. Lass uns schauen, wie du anfangen kannst.

Starte in ganz kleinen Schritten

Fange mit nur 5 Minuten an. Statt dich sofort an die großen Themen zu machen, kannst du mit winzigen Sachen anfangen. 5 Minuten hat jeder. Kleine Schritte erscheinen dann auch nicht mehr so groß, oder? Wenn du täglich nur wenige Minuten investierst, kannst du schnell große Veränderung bewirken.

Erstelle dir eine Entrümplungsliste

Ohne Orientierung ist jeder Anfang schwer. Erstelle dir eine Liste mit allen Bereichen, die du entrümpeln möchtest. Kleiderschrank, Küchenschränke, Box unterm Bett, Rucksack, Porte­mon­naie usw. Mit dieser Liste hast du sofort einen Überblick, was du als nächstes angehen kannst. 

Besuche dich selbst

Stell dir vor, du kommst zum ersten Mal in deine Wohnung. Was würde dir auffallen? Was würde dich stören? Was würdest du dir wünschen? Besuche dich selbst und mache dir dabei Notizen. Bestimmte Sachen fallen uns in unseren eigenen 4 Wänden nicht mehr auf. Schließlich sind sie schon normal geworden. Indem du in eine andere Rolle schlüpfst, kannst du eine andere Perspektive bekommen.

Lade Freunde ein

Das hört sich vielleicht komisch. Doch warum lädst du nicht einfach ein paar Freunde ein, die dir beim Entrümpeln helfen? Mach etwas leckeres zu essen. Hört Musik dabei. Unterhaltet euch. Gemeinsam kann das Ganze richtig Spaß machen. Vielleicht freut sich auch einer deiner Freunde über ein Kleidungsstück, dass du nicht mehr trägst.

Gib täglich 1 Sache weg

Das ist wieder eine gute Möglichkeit, sehr klein zu beginnen. Wenn du es 1 Jahr durchziehst, hast du am Ende des Jahres 365 Dinge weggegeben. So kannst du dich darin üben, Dinge loszulassen. Wenn du willst, kannst du die Zahl natürlich auch erhöhen.

Fülle einen Umzugskarton

Setze dir als Ziel, einen kompletten Umzugskarton mit Sachen zu füllen, die du spendest. Anfangs kommt dir der Karton vielleicht sehr groß vor. Doch du wirst überrascht sein, wie schnell er sich füllt.

Starte eine Verkaufsaktion

Versuche möglichst viele ungenutzt Dinge zu verkaufen. So kann sich jemand anderes, an diesen Dingen erfreuen. Gleichzeitig kannst du dir ein kleines Taschengeld holen. Teilweise kann auch schnell eine größere Summe zusammenkommen. Ebay-Kleinanzeigen und ähnliche Plattformen machen den Prozess sehr einfach. Für viele ist es sehr motivierend, wenn sie für ihre Sachen auch noch etwas Geld bekommen. So wird das Entrümpeln richtig leicht.

Spende alle ungenutzten Klamotten

Sicherlich hast du einige Klamotten, die du nie trägst. Trenne dich von ihnen. Wenn du es nicht sofort übers Herz bringst, kannst du sie erstmal in ein Karton tun. Alles was du nach einigen Monaten immer noch nicht getragen hast, kommt weg.

Die 12–12–12 Herausforderung

Identifiziere 12 Dinge, die du wegschmeißt. Identifiziere 12 Dinge, die du verschenkst. Identifiziere 12 Dinge, die du ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückgibst.

Vorher und nachher Fotos

Solche Fotos werden oft beim Abnehmen gemacht. Sie dienen zur Motivation, indem man den eigenen Fortschritt besser sieht. Warum nicht solche Fotos zur Entrümplung nutzen? Mache einfach ein Foto von einem kleinen Bereich, den du entrümpeln möchtest. Dann mach dich ans Werk. Anschließend machst du vom gleichen Bereich – nur aufgeräumt – wieder ein Foto. Solche Vorher und nachher Fotos motivieren dich, weiterzumachen. Du bekommst ein Bild davon, wie anders alles aussehen könnte.

Auszeit

Gibt doch einfach mal einigen Dingen eine Auszeit. Räume einige Dinge in eine Kiste und stelle sie für eine gewisse Zeit weit weg. So kannst du herausfinden, wie es ist, ohne diese Sachen zu leben. Du gönnst dir also eine Auszeit von diesen Sachen. Da du sie nicht gleich weggibst, ist die Hürde deutlich niedriger. Es ist ja nur für eine gewisse Zeit. Anschließend kannst du entscheiden, ob du sie behalten oder endgültig weggeben möchtest.

Es ist egal, wie du beginnst. Hauptsache du beginnst. Du kannst einige dieser Taktiken nutzen oder deine eigenen finden. Überwinde den inneren Wiederstand. Es erwartet dich so viel Freiheit und Leichtigkeit, wenn du dein Leben entrümpelst. Wer weiß, was du alles entdeckst – in deinen Räumen und in dir.

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