Well-being

Ist Work-Life-Balance erstrebenswert?

Auf den ersten Blick ist eine gute Work-Life-Balance erstrebenswert. Unser Privatleben und Karriere im Einklang. Doch wollen wir das wirklich? Ist das Konzept ein guter Ansatz?

Wenn wir uns auf die Idee der Work-Life-Balance einlassen, wird unser Leben auf einmal binär. Es gibt Arbeit und unser Leben. Diese künstliche Trennung kommt mit einer guten Intention: Unsere Arbeit soll keinen zu großen Bereich unseres Lebens ausfüllen.

Doch diese künstliche Trennung schafft auch gleichzeitig Probleme. Sollte es nicht darum gehen, in unserem Leben inkl. unserer Arbeit Einklang und Erfüllung zu haben? Unsere Arbeit als einen Bereich unseres Lebens zu sehen? Geht es also eigentlich um Life-Balance?

Und auch hier kann uns das Wort Balance einen Streich spielen. Bei Life-Balance geht es nicht darum, jedem Bereich seines Lebens gleichmäßig viel Raum und Zeit zu geben. Stattdessen geht es um bewusste Imbalance. Wir können eine Life-Balance erreichen, wenn wir uns bewusst und zielgerichtet entscheiden, wie wir unserer Ressourcen wie Energie und Zeit nutzen.

Vereinfache dein Leben

Wünscht du dir mehr Ausgeglichenheit, Freiheit und Freude in deinem Leben? Dann solltest du einen größeren Fokus auf Einfachheit legen. Ein einfaches Leben macht es uns leichter, die wichtigen Dinge zu erkennen. 

Natürlich ist jedes Leben anders. Wir sind alle auf unserer eigenen Reise. Nichtsdestotrotz gibt es einige Bereiche in unserem Leben, die oft für Stress und Unglück sorgen. Sie sind ein hervorragender Startpunkt, um mehr Einfachheit in dein Leben zu bringen. Lass uns einige Aspekte genauer anschauen:

Besitztümer

Zu viele materielle Dinge machen dein Leben unnötig kompliziert. Du musst sie ordnen, pflegen und irgendwann entsorgen. Wenn du viele Dinge hast, die du gar nicht brauchst, entstehen dir dadurch hohe Kosten. Erstmal direkt finanzielle Kosten durch Anschaffung und Pflege. Außerdem kosten sie oft viel Energie und können Ursache für Stress sein. Schau, was du nicht brauchst und lass nicht zu, dass Dinge dein Leben verstopfen.

Gesundheit

Deine Gesundheit ist die Grundlage für deine Leistungsfähigkeit und dein Wohlbefinden. Vielen ist die Bedeutung irgendwie klar. Doch nur wenige sind mit ihren Lebensstil zufrieden. Tust du genug für dich und deine Gesundheit?

Es passiert sehr schnell, dass wir das ”Projekt“ Gesundheit unnötig kompliziert machen. Kein Wunder, dass wir damit überfordert sind. Wie wäre es, wenn du dich auf sehr simple und grundlegende Sachen fokussierst? Hier hast du einen guten Start: Genügend Schritte machen, ausreichend schlafen, genug Wasser trinken und hauptsächlich unverarbeitete Lebensmittel essen. Das ist nicht kompliziert und relativ einfach umzusetzen. Wenn du das tust, hast du schon mal eine gute Basis.

Verpflichtungen

Viele von uns haben ihren ganzen Tag durchgeplant. Arbeit, Hobbies, Sport, Morgenroutine, Aktivitäten der Kinder usw. Es ist nur verständlich, dass wir unseren Tag gut nutzen wollen. Und irgendwie müssen wir alle Sachen auch unterkriegen. Doch wenn unser Tag einem Uhrwerk ähnelt, kommen wir uns schnell wie im falschen Film vor. Muss wirklich alles so durchgeplant sein? Kannst du auch einfach mal freie Zeit haben? Versuche vor allem Verpflichtungen aus deinem Tagesplan zu streichen, die nicht zu deinen Werten passen.

Ziele

Ziele zu haben, ist sicherlich besser, als orientierungslos durchs Leben zu irren. Doch es passiert schnell, dass wir durch zu viele Ziele die Orientierung verlieren. Wie viele Ziele hast du? Wie wäre es, wenn du immer nur 2–3 Ziele auf einmal verfolgst? Indem du nur wenige Ziele auf einmal verfolgst, fällt es dir leichter, dich auf diese zu fokussieren. Dies erhöht die Chance, dass du diese auch erreichst. Sobald du ein Ziel erreicht hast, kannst du dich dem nächsten widmen.

Gedanken

Negative Gedanken sind alles andere als förderlich. Sie machen unser Leben in den allermeisten Fällen nur schlechter. Zu meinen, wir könnten unsere Gedanken und Gefühle nicht beeinflussen, stimmt einfach nicht. Gleichzeitig versetzen wir uns damit in eine Opferrolle. Wir können sehr wohl beeinflussen, wie wir auf externe Ereignisse reagieren. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Reaktionen und Gedanken komplett unter Kontrolle haben. Versuche dir einfach immer wieder bewusst zu machen, was du gerade denkst. Sei achtsam. Fokussiere dich bewusst auf die positive Dingen des Lebens. Das bedeutet nicht, dass du Negatives ignorieren sollst. Entscheide dich einfach bewusst dafür, unproduktiven und negativen Gedanken und Gefühlen wie Ärger, Eifersucht und Angst weniger Raum zu geben.

Schulden

Finanzielle Schulden können Ursache für Stress sein. Sie können dein Leben unnötig schwer machen. Versuche sämtliche Schulden zu begleichen oder auf ein Minimum zu reduzieren. Du kannst heute damit anfangen. Jeder kleine Schritt zählt.

Worte

Wie wäre es, wenn du sparsamer mit deinen Worten wärst? Weniger reden und dafür mehr zuhören. Erzähl nicht einfach alles, was dir gerade durch den Kopf schwirrt. Nimmt dir Zeit, um klare Gedanken zu fassen und klare Aussagen zu treffen. Tiefe und Bedeutung statt Oberflächlichkeit.

Ernährung

Vereinfache deine Ernährung und fokussiere dich auf Lebens-mittel. Vermeide stark verarbeitete Lebensmittel so gut es geht. Die Grundlage deiner Ernährung sollten unverarbeitete pflanzliche Lebensmittel darstellen. Je weniger künstliche Zusatzstoffe in deiner Nahrung enthalten sind, desto besser ist es.

Bildschirme

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du sehr viel Zeit vor Bildschirmen verbringst. Sowohl unser Arbeitsleben als auch unser Privatleben spielt sich immer mehr vor dem Bildschirm ab. Dass dies nicht immer gut für unser Wohlbefinden ist, sollte offensichtlich sein.

Versuche die Zeit vor dem Bildschirm bewusst zu reduzieren. Letztendlich musst du entscheiden, wie viel Zeit du in der digitalen Welt verbringen möchtest. Um die wirkliche Bedeutung von Tools wie Smartphones, Fernseher und Laptops zu erkennen, sollten wir sie regelmäßig für längere Zeit ausschalten. Es wartet eine wunderbare Welt hinter dem Bildschirm auf uns.

Verbindungen

Sich mit anderen Menschen auszutauschen und zu verbinden, kann großartig sein. Wir Menschen sind soziale Wesen und gedeihen in sozialen Gemeinschaften. Doch zu viel und ständiger Input führt schnell zu Stress und Überforderung. Du musst nicht ständig wissen, was jemand gerade tut. Du musst nicht ständig erfahren, was gerade irgendwo auf der Welt passiert. Du muss keine Angst haben, etwas zu verpassen. Das tust du eh und das ist auch gut so. Steig öfter mal aus und sei bei dir.

Das waren nur einige Bereiche unseres Lebens, in die du mehr Einfachheit reinbringen kannst. Ich bin überzeugt, du findest selbst weitere Möglichkeiten.

Wir sind unseren Emotionen nicht ausgeliefert

Es liegt an uns, was wir spüren. Was wir fühlen. Wie wir reagieren. Nur wir sind dafür verantwortlich. Es ist unsere subjektive Wahrnehmung. Wir sind der Schmied unseres eigenen Glücks – ebenso unseres Leids.

Auf einem abstrakten Niveau lässt sich das verstehen. Doch es zu leben, gelingt den Wenigsten. Jemandem, der zutiefst traurig ist, zu sagen, er sei selbst für seine Gefühle verantwortlich, ist wohl nicht so hilfreich. Wie also gehen wir damit um? Schließlich wollen Philosophien und Konzepte nicht nur verstanden, sondern auch gelebt werden.

Meiner Erfahrung nach sollte man sich einfach nicht zu sehr versteifen. Nicht zu sehr an diesem Konzept hängen. Es geht nicht darum, die volle Kontrolle zu behalten. Immer total bewusst zu sein. Auch wenn es ein vages Ziel sein kann, so sollte es wohl nicht der Anfang sein. Satt zu versuchen, sich einer Idee entsprechend zu verhalten, könnten wir praktisch anfangen. Wir können versuchen, uns immer wieder bewusst zu werden, dass wir Einfluss auf unsere Emotionen haben.

Indem wir klein und einfach anfangen, machen wir es greifbar und erlebbar. Wir müssen nicht unsere Emotionen kontrollieren. Für viele ist das weder erstrebenswert noch machbar. Stattdessen können wir einfach anfangen, unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Augenblick – dem Jetzt? Dabei geht es nicht darum, uns von negativen Emotionen abzulenken. Vielmehr gilt es zu spüren und erleben, was ist. Gelingt uns das, wenn auch nur ein wenig, so werden wir merken, dass wir immer weniger unseren Emotionen ausgesetzt sind. Dass es wirklich an uns liegt, was wir fühlen und wie wir handeln.

Die Rolle eines Coach

Die Rolle eines Coach oder Mentors besteht nicht darin, die Arbeit für dich zu erledigen oder dich zu retten. Als Coach bin ich für Folgendes verantwortlich: Ich bin hier, um dich zu unterstützen. Sodass du besser siehst. Klarheit gewinnst. Aktiv wirst. Fehler machst. Lernst. Die richtigen Werkzeuge nutzt.

Doch du musst den Weg selbst gehen. Das kann dir niemand abnehmen. Du musst ihn jedoch nicht alleine gehen. Du kannst dich unterstützen lassen, sodass du erkennst, wie großartig du bist. Wie viel du bereits weißt und kannst. Was alles in dir steckt. Das vergessen wir oft. Nicht selten rennen wir sogar davor weg.

Geht es dir gerade nicht gut?

Fällt gerade alles auseinander? Hast du das Gefühl, dass dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird? Halte an. Atme tief durch.

Es gibt sicherlich einige Sachen, die du jetzt tun kannst. Vielleicht willst du sofort aktiv werden. Doch halte einfach mal kurz an. Sei einfach mal nur kurz bei dir. Frage dich:

Geht gerade wirklich etwas nicht gut … oder brauchst du nur eine kurze Pause, etwas Essen und Wasser? Gönn dir die Pause. Vielleicht sieht die Welt dann ganz anders aus.

Wir haben Liebe falsch verstanden

Liebe ist nicht unser Bedürfnis nach körperlicher Nähe.
Nicht unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit.
Nicht unser Bedürfnis verstanden zu werden.
Gesehen zu werden.
Akzeptiert zu werden.
Nicht unser Bedürfnis nach Sex.
Nicht unser Bedürfnis nach Sicherheit.
Nicht unser Bedürfnis nach Freiheit.
All das ist Liebe nicht.
Vielleicht geht Liebe über uns selbst hinaus.
Das Gefühl mit Menschen und der Welt verbunden zu sein.
Vielleicht ist Liebe ein Zustand des Seins. Wenn wir nur all unsere Bedürfnisse und Ängste fallenlassen würden.
Vielleicht ist Liebe bedingungslos.
Vielleicht braucht Liebe manchmal Courage. Nicht weil es schwer ist zu lieben. Sondern weil wir an so viel festhalten, dass uns daran hindert, wahrhaft zu lieben.
Vielleicht ist Liebe eines der grundlegendsten und essentiellsten Dinge überhaupt.
Was Liebe auch immer sein mag, lass sie dir nicht entgehen.
Lebe sie. Liebe.

Bist du angespannt?

Wir alle sind ab und zu angespannt. Oft nehmen wir es selbst nicht mehr wahr. Erst wenn wir uns mal wieder richtig entspannen, merken wir den Unterschied. Wir brauchen den Gegensatz, um zu merken wie angespannt wir durchs Leben laufen. Doch du hast keine Zeit, um dich zu entspannen?

Wie wäre es, wenn du einfach mal tief durchatmest? Einfach mal kurz innehältst. Ein paar tiefe Atemzüge nimmst. In dich hineinhorchst. Spürst, wie du dich gerade fühlst. Einfach mal die ganze Anspannung loslässt. Das dauert nicht lange und hat trotzdem eine riesige Wirkung. Probier es doch gleich mal aus.

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