Wir denken wir wüssten

Wir denken wir wüssten. Täglich gehen wir durch die Welt mit all unseren Annahmen und Vermutungen. Wir meinen wir wüssten, was in unseren Mitmenschen vorgeht. Was sie denken. Wie sie sich fühlen. Was sie tun werde. Falls mal nicht, dann fragen wir einfach nach.

 

Doch was wissen wir schon? Eigentlich nichts. Oft wissen die jeweiligen Menschen nicht einmal selbst, wie es ihnen genau geht. Wie können wir da meinen, dass wir es wüssten? Sicherlich denken wir nicht, dass wir den kompletten Durchblick hätten. Dennoch meinen wir, andere Menschen einschätzen zu können. Vor allem jene mit denen wir viel Zeit verbringen. Doch ist das wirklich so? Ich denke eher nicht. Meistens wissen wir sehr wenig über das ‘Innenleben’ des anderen. Vor allem können wir nur sehr vage Voraussagen treffen, wie jemand reagieren wird. Wie er sich verhalten wird.

 

Sollten wir deswegen aufhören, uns in anderen hineinzuversetzen? Natürlich nicht. Empathie ist etwas so Wunderbares. Darauf sollten wir definitiv nicht verzichten. Manch einer könnte meinen, es sei sogar eines der menschlichsten Sachen überhaupt. Wie so oft ist es doch der Umgang mit den Dingen, die den großen Unterschied machen. Wir können mitfühlen, uns in jemanden hineinversetzen und uns trotzdem bewusst sein, dass wir nicht das Ganze sehen. Dass wir nicht alles verstehen. Dass wir immer wieder auf unsere subjektive Wahrnehmung begrenzt sind.

5. April 2018
Simon M.C. Schubert

Simon Schubert ist studierter Gesundheitsmanager, Personal Trainer und Präventionsexperte. Als Gründer der Initiative Perspektive Gesundheit geht es ihm darum, Menschen zu einem gesunden Lebensstil anzuregen und sie bei der Umsetzung zu unterstützen.